Über Charaktere in 3D, die Fantissima-Studios und eine außergewöhnliche Illusion.

„Straight Pose! Tänzerin Nummer 4, die Erste!“ Und Klappe. Ein Mann in einem schwarzen Ganzkörperanzug tänzelt heran. Verbeugt sich kurz und nestelt an seiner imaginären Krawatte, bevor er das Set wieder verlässt. „Sehr gut! Und jetzt die Visagistin!“, ruft Manuela Löffelhardt, die künstlerische Leiterin von Fantissima. Sie führt Regie. Denn sie hat eine Vision für Deutschlands erfolgreichste Dinnershow: die Gäste sollen die Arbeit in einem Filmstudio der 30er-Jahre hautnah miterleben – dank aufwendiger Videoprojektionen direkt vor ihren Augen, dem so genannten Tisch-Mapping.

Das Motion Capturing: Immer in Bewegung

Klappe. Szenenwechsel. Der Mann im schwarzen Anzug ist jetzt keine Tänzerin mehr, sondern Visagistin. Mit einer Serviette als Puderquaste läuft er durch einen Konferenzraum des Hotel Matamba. Es ist Ilya Viarmenich von der JB Dance Company, der hier beim Motion Capturing in zig verschiedene Rollen schlüpft. Er verkörpert den Regisseur, den Kameramann, die Visagistin und die Tänzer – kurz: all jene, die später die "Fantissima-Studios" bevölkern sollen.

Manuela Löffelhardt hat Ilya Viarmenich beim Motion Capturing genau im Blick. Und jede einzelne seiner Bewegungen. Denn einzig und allein darum geht es. Jede Geste, jeder Schritt wird von den sensiblen Sensoren in dem schwarzen Anzug eins zu eins auf den Laptop der Multimediaagentur Werft 6 übertragen – die sich später um den richtigen Look und das geschäftige Treiben im Filmstudio kümmert.

„Das Timing ist heute die größte Herausforderung“, erklärt Manuela Löffelhardt. „Denn Ilya ist hier zwar allein am Set, spielt aber mehrere Personen parallel. In einer fertigen Szene sind am Ende bis zu zehn Menschen gleichzeitig zu sehen. Und damit das wirklich harmonisch aussieht, muss Ilya jetzt schon darauf achten, dass er zum Beispiel als Tänzer im richtigen Moment auf die Anweisung reagiert, die er sich als Regisseur praktisch selber gegeben hat.“ Einen ganzen Tag dauert es, bis die aufwendigen Szenen alle im Kasten sind – und Werft 6 mit dem technisch hochkomplexen Tisch-Mapping beginnen kann.

„Skinning“ für den perfekten Look

Klappe. Ortswechsel. In den Räumen von Werft 6 in Düsseldorf trifft moderne Technik auf die 30er-Jahre. Hier, wo auch das lebendige Bühnenbild für Fantissima entsteht, werden echte Charaktere für das Tisch-Mapping geschaffen. Auf dem Computer-Bildschirm wird die Visagistin bis ins kleinste Detail elegant frisiert, die Tänzerinnen mit romantischen Roben angekleidet und der Regisseur mit der für diese Zeit so typischen Schirmmütze ausgestattet.

 „Skinning“ nennt sich das Verfahren, bei dem diese charmanten 3D-Charaktere mit den Bewegungs-Skeletten verschmelzen, die beim Motion Capturing entstanden sind. Arme und Beine, Rumpf und Kopf: an jedem einzelnen Punkt müssen Kleidung und Gesichtszüge an die Figur angepasst werden – damit sie so natürlich wie möglich wirkt. Die aufwendig entworfenen Figuren treffen dann nach und nach im Filmstudio aufeinander, das mit stilechtem 30er-Jahre-Mobiliar „eingerichtet“ wird.

„Die Animation der Charaktere macht uns ganz besonderen Spaß“, sagt Jean Hardy von Werft 6. „Figuren in 3D zu erschaffen, ist für jeden Visualisierer eine spannende Herausforderung. Und dazu kommt ja auch, dass der Gast bei Fantissima die Charaktere aus einer ganz besonderen Perspektive direkt vor sich sieht. Und das müssen wir natürlich berücksichtigen, damit die Figuren später nicht gestaucht oder unnatürlich wirken.“

Mittendrin in den "Fantissima-Studios"

Auf Knopfdruck entstehen im Fantissima-Theater ganze Welten. Wie ein lebendiges Bühnenbild erzählen beeindruckende Videoprojektionen die Geschichten der Songs, Choreographien und Showacts weiter. So tanzt die JB Dance Company in glänzenden Androiden-Kostümen in einem futuristischen Labor oder in pompösen Roben in einem prunkvollen Ballsaal. Mit dem technisch hochkomplexen Tisch-Mapping wird endgültig das gesamte Fantissima-Theater zur Bühne – mit endlosen Möglichkeiten!

Klappe. Die Spielzeit 2018/2019 hat begonnen. Jetzt hat Markus Fuchs das Erlebnis der Gäste buchstäblich in der Hand. Per Tablet richtet der Lichtdesigner des Phantasialand die versteckten Beamer über jedem einzelnen Tisch penibel aus – damit jeder Gast die perfekte Sicht auf sein persönliches Filmstudio hat. „Während der Show steuern wir dann alles zentral über das Lichtpult – die große Video-Leinwand auf der Bühne ebenso wie die Projektionen auf den Tischen. Zusammen ist das die beeindruckendste Illusion, die es bei Fantissima jemals gegeben hat“, schwärmt Markus Fuchs. „Diese Verknüpfung von digitalem Content mit dem Live-Geschehen auf der Bühne gibt es bei keiner anderen Dinnershow. Hier sind die Gäste wirklich mittendrin.“

 

Und Action! Die Tische im Fantissima-Theater brechen auf. Und geben den Blick frei auf die "Fantissima-Studios". „Alles fertigmachen für die Szene Hotelzimmer und ein wenig flott!“ ruft der Regisseur mitten auf dem Tisch in sein Megafon. „Auf Position!“ Schon schreitet Anastasija Zmaher in einem wunderschön bestickten Morgenmantel Richtung Bühne und betritt dort ein luxuriöses Hotelzimmer. „Take 12, die Vierte!“, ruft der Kamera-Assistent. Die ersten Takte von „Dream a little dream of me“ erklingen. Und Anastasija Zmaher stimmt ein. Die Szene ist im Kasten. Und das Erlebnis perfekt. 


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Author

Rebecca Kranz