Wenn Lagerfeuer im belebten Dschungel lodern, Mondschein sich auf Felsen spiegelt und ein Meer aus Licht Berlin erhellt

Der Abend dämmert im dichten Dschungel Afrikas. Die Dunkelheit kriecht langsam heran, setzt sich in den tiefen Schluchten fest und verwandelt üppig grüne Pflanzen in düstere Silhouetten. Doch plötzlich lodern hier und da Lagerfeuer auf. Immer mehr werden es, bis flackernde Flammen den Dschungel in ein warmes Rot tauchen und geheimnisvolle Schatten auf dem eindrucksvollen Affenfelsen tanzen.

Der Mann, der diese Feuer „gelegt“ hat, ist Markus Fuchs. Der Lichtdesigner im Phantasialand hat am Wintertraum seine helle Freude. Denn hier kann er seiner Phantasie freien Lauf lassen. „Im Winter können wir unsere Themenbereiche in ganz neuem Licht erscheinen lassen – im wahrsten Sinne des Wortes“, lacht Markus Fuchs. „In Klugheim zum Beispiel sieht es aus, als würde der Mondschein sich in den Felsen spiegeln, während der Dorfplatz ganz warm beleuchtet ist für eine heimelige Atmosphäre. Oder Berlin: Dort haben wir die Fassaden wunderschön angestrahlt, es funkelt und glitzert – und abends wird der ganze Themenbereich sozusagen zum Bühnenbild für unsere Abschlussshow.“

„Ich finde es einfach toll, wie unser Lichtermeer die besondere Stimmung im Winter noch einmal verstärkt. Für unseren Themenbereich Deep in Africa haben wir dafür extra ein ganz neues Lichtkonzept entworfen. Und die flackernden Lagerfeuer sind nur ein Teil davon. Sobald sie erlöschen, erwartet unsere Gäste nämlich eine ganz besondere Überraschung!“

Und die hat Markus Fuchs sorgfältig geplant. Begonnen hat alles an seinem Schreibtisch. Mit nichts als einer Idee. Aber wie schafft es die Vorstellung eines lauschigen winterlichen Dschungels in die Realität? „Wie alles heutzutage: erstmal am Computer“, lächelt Markus Fuchs. Schon Monate vor dem Wintertraum hat er die Lichtstimmung entworfen, die den Themenbereich Deep in Africa heute so harmonisch beleuchtet.

„Auf detaillierten Lichtplänen haben wir festgehalten, wo die vielen Lampen sitzen, die zum Beispiel die Lagerfeuer im Dschungel erzeugen. Dafür haben wir einen Übersichtsplan vom gesamten Themenbereich angelegt.“ Darin hat Markus Fuchs auch die Position von ganz besonderen Lichtelementen festgehalten. Von lebensechten Tieren, die eine faszinierende Safari durch Africa möglich machen. „Wir wollten den Dschungel einfach lebendig werden lassen. Die Black Mamba als Königin der Schlangen „lebt“ ja schon länger hier – jetzt hat sie etwas Gesellschaft“, schmunzelt der Lichtdesigner. Der Inverted Coaster Black Mamba war auch eine der Herausforderungen beim Entwurf des neuen Lichtkonzepts. Denn damit die Achterbahn gefahrlos ihre volle Kraft entfalten kann, muss das so genannte Lichtraumprofil immer frei bleiben. Nichts darf in diesen Bereich hineinragen – auch nicht der lange Hals einer eleganten Giraffe.

Affen, Elefanten, Zebras und Co. sind extra für den Wintertraum angefertigt worden. Wie auch die faszinierenden leuchtenden Drachen im Themenbereich China Town stammen sie aus dem fernen Südwesten Chinas. Die Experten dort erschaffen für das chinesische Laternenfest regelmäßig riesige Leuchtelemente. Für den Wintertraum wurden die empfindlichen Figuren mit einer speziellen Lackierung geschützt und damit haltbar gemacht.

Bewaffnet mit seinem Plan hat Markus Fuchs schließlich den Dschungel betreten. Sich durch das Dickicht bis an die entlegensten Stellen der felsigen Landschaft gekämpft. Auch den letzten Winkel optimal ausgeleuchtet. Mit seinem mobilen Lichtpult ist er durch Africa gestreift, hat mal eine Giraffe oder ein Zebra zum Leuchten gebracht, dann wieder die Lagerfeuer. Mehrere Abende hintereinander hat er so das dunkle und bis dato menschenleere Africa erhellt. Bis am Eröffnungstag dann jedes Detail stimmte – für das besondere Erlebnis im Wintertraum.

Jeden Nachmittag vertreiben seither die Lagerfeuer für einige Zeit die Dunkelheit aus dem afrikanischen Dschungel. Wenn sie dann nach und nach erlöschen, trauen sich die tierischen Bewohner aus ihren Verstecken. Und erwachen in ihrer ganzen leuchtenden Pracht zum Leben. Löwen thronen majestätisch über den Köpfen der Besucher, eine Affenbande tollt durch die Bäume und Elefanten brechen durch das Dickicht. „So hat man unser Africa noch nicht erlebt. Bei uns können die Gäste lebensechte Tiere bestaunen, grasende Zebras bewundern und mit unserer Achterbahn Black Mamba haarscharf an einer stolzen Giraffe vorbeisausen“, erzählt Markus Fuchs stolz. „Das ist schon tagsüber ein echtes Erlebnis – und abends, wenn die Tiere hell erleuchtet sind, wird Africa dann richtig lebendig.“

Author

Rebecca Kranz