Dessert mit Showeffekt im Restaurant Bamboo

Kleine Eiskristalle schimmern auf der waagerechten Stahlplatte. Frisches Obst, knackige Schokolade und knusprige Kekse warten auf ihren Einsatz. Langsam gießt Robel Bruk flüssigen Milch-Mix auf die kalte Platte – und gibt Bananenscheiben und Karamellsoße dazu. Der Koch aus dem Phantasialand stellt ganz besonderes Eis her. Eis, das in Rollen daherkommt statt als Kugel. Und das so individuell ist wie derjenige, der es sich auf der Zunge zergehen lässt.

Teppanyaki-Eis heißt die cremige Kreation aus Thailand. Die süßen Rollen sind von den Street-Food-Märkten dort nicht mehr wegzudenken. Alle paar Meter gehen an den mobilen Ständen schwungvoll Spachtel auf Obst und Kekse nieder – für feines Eis mit knusprigen und süßen Stückchen. Ein Dessert wie geschaffen für das komplett neu gestaltete asiatische Restaurant Bamboo im Hotel Ling Bao im Phantasialand. Hier können die Gäste vier einzigartige Länderküchen erleben. Und zum fabelhaften Abschluss dieser Geschmacksreise authentisch thailändische Ice Cream Rolls genießen. Aber erst einmal zurück auf Anfang.

Bei minus 30 Grad im Westerwald…

„Den Spachtel etwas steiler halten und dann nach vorne drücken…mit dem anderen Spachtel das Ganze etwas stabilisieren…ja, fast, aber das hat jetzt ein bisschen zu lange gedauert. Dann brechen die Rollen gerne mal auseinander.“

Guido Schmitz, Leiter der Deutschen Eis Akademie, gibt den Köchen aus dem Phantasialand hilfreiche Tipps. Im Westerwald lernen sie, die perfekte Ice Cream Roll herzustellen. Cremig, süß und zartschmelzend. Dafür müssen vor allem die beiden Spachtel gut in der Hand liegen. Denn auf der bis zu minus 30 Grad kalten Platte gilt: Immer in Bewegung bleiben! Die Eismasse immer wieder umschichten, damit sie nicht zu früh festfriert. Gleichzeitig die Zutaten wie Obst, Schokolade und Kekse zerkleinern und unter den Milch-Mix heben.

„Bei den ersten Rollen habe ich schon gemerkt, dass das eine echte Herausforderung ist“, sagt Robel Bruk. „Vor allem weil die Platte so eiskalt ist. Da muss man zügig arbeiten und konzentriert bleiben. Wenn man einmal kurz abgelenkt ist, ist die Masse auf der einen Seite schon fester als auf der anderen. Und die Kunst ist, dass es gleichmäßig wird.“ Schließlich soll die Ice Cream Roll am Ende auf der ganzen Länge dieselbe cremige Konsistenz haben. Mit fein zerkleinerten Keksen und Früchten für das Extra an Geschmack.

Teppanyaki sind Gerichte der japanischen Küche, die auf einer Stahlplatte, dem „teppan“, zubereitet werden. Diese Stahlplatte ist in der Regel heiß. Darauf werden dann Fisch, Fleisch und Gemüse vor den Augen der Gäste zubereitet. Und im Restaurant Bamboo gibt es neben dem Teppanyaki-Grill eben auch das eiskalte Gegenstück inklusive der passenden kunstvollen Show – für frisches und individuelles Teppanyaki-Eis.

Wenn Robel die Zutaten gleichmäßig in der Eismasse verteilt hat, verstreicht er sie auf der Platte zu einem großen Rechteck. Und rollt sie mithilfe der Spachtel zu phantastischen Ice Cream Rolls auf. Ob mit Basilikum-Pesto, eine Grüntee-Kiwi-Kreation oder doch Klassiker wie Schokolade oder Erdbeere: Beim Teppanyaki-Eis sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Vorausgesetzt, man beherrscht die Kunst des Rollens – was in Deutschland bisher nur wenige Menschen von sich sagen können, erzählt Guido Schmitz.

„Es gibt in Deutschland bisher nur ein paar wenige Ice-Rolls-Stores. Das sind auf Teppanyaki-Eis spezialisierte Eisdielen. Aber in der Gastronomie, also in Restaurants, sind die Ice Cream Rolls bisher eine echte Rarität. Da ist das Phantasialand einer der Ersten, der das umsetzt und befindet sich in der Trendsetter-Rolle.“

Dass das Teppanyaki-Eis im Buffet-Restaurant des Hotels Ling Bao so etwas Ausgefallenes ist, ist für Robel Bruk nochmal ein ganz besonderer Ansporn. „Für mich persönlich ist es toll, dass ich lernen darf, Teppanyaki-Eis herzustellen. Ich erzähle meinen Freunden und meiner Familie immer, was wir im Phantasialand Außergewöhnliches machen, die finden das auch spannend. Und außerdem kann ich meinen Kollegen, die heute nicht dabei sind, etwas Neues zeigen – und selber mal Lehrer sein.“

Eiskalt serviert

Heute sind die anfangs so störrischen Ice Cream Rolls kein Problem mehr für Robel Bruk. Im neuen Restaurant Bamboo schwingt er die Spachtel, als hätte er nie etwas anderes getan. Während hinter ihm Köstlichkeiten wie Lachs Teriaky auf dem heißen Teppanyaki-Grill landen, kümmert er sich am tiefgekühlten Gegenstück um das Dessert. Schon das leise Klopfen der Spachtel deutet an, dass es hier etwas Besonderes gibt – frisch gemachtes Eis nach ganz persönlichem Geschmack! Direkt am eiskalten Teppanyaki kann jeder seine Lieblingszutaten wählen und mitverfolgen, wie sie in kürzester Zeit kunstvoll zusammengerollt werden. Zu einem verführerischen Eis, das langsam auf der Zunge schmilzt – und direkt Lust auf die nächste kreative Sorte macht.

Author

Rebecca Kranz