Feuer und Flamme für asiatische Küche

Es duftet herrlich. Nach frischem Koriander und Ingwer. In der Nase kitzelt ein Hauch Chili. Auf dem Herd köchelt Pho Ga, Hühnersuppe aus Vietnam mit reichlich Einlage. Ein paar Schritte weiter entsteht gerade aus frischem Fisch und herrlich softem Reis köstliches Sushi. Und mittendrin: eine hochkonzentrierte Küchencrew. Seit Monaten hat das Team auf diesen Moment hingearbeitet. Denn gleich kosten die ersten Gäste die neuen Gerichte im asiatischen Restaurant Bamboo.

„Wir wollten etwas Neues schaffen und unseren Gästen den echten Geschmack Asiens bieten – und dabei auch unseren eigenen Horizont über China hinaus erweitern“, sagt Torsten Hoffmeister, Gastronomiedirektor im Phantasialand. „Wir bieten jetzt authentische Küche aus vier asiatischen Ländern an: Japan, Vietnam, Thailand und China. Japan zum Beispiel ist absolut im Trend, und außer Sushi gibt es dort so viel mehr zu entdecken. Vietnam steht für hervorragende Suppen, Thailand für fruchtige Kreationen. Alle Gerichte im Bamboo sind sehr nah am Original. Auch die chinesische Küche haben wir komplett überarbeitet – für überraschende neue Geschmackserlebnisse, die weit über das übliche Angebot hinausgehen.“

Nach einer kompletten Umgestaltung ist das Restaurant Bamboo also auch kulinarisch nicht wiederzuerkennen. Es war allerdings ein weiter Weg zu den neuen Geschmackserlebnissen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Auf den Spuren authentischen Geschmacks

„Euro-asiatisch zu kochen ist nicht so schwer. Aber authentisch asiatisch zu kochen, das ist eine echte Herausforderung“, sagt Nana David. Und sie weiß, wovon sie spricht. Schließlich ist sie im Phantasialand für den guten Geschmack zuständig – als Produktentwicklerin in der Gastronomie. Und für die authentisch asiatische Küche im Restaurant Bamboo war ihr kein Weg zu weit. Knapp 9.000 Kilometer hat sie dafür zurückgelegt – und sich mit ihrem Kollegen Stephan Wisniewski quer durch die Street-Food-Märkte in Thailand gegessen.

„Dort wird sehr viel mit Ingwer und Chili gekocht. Die Salate werden nicht mit Essig und Öl angemacht, sondern mit Fischsoße und Zitronensäure. Und die Schweinefleisch-Spieße waren unglaublich toll“, schwärmt Nana David. „Da macht die Marinade es dann aus. Das hat ein ganz anderes Flavour als bei uns. Ich habe dort viele Gerichte gesehen und probiert und viele Ideen mitgenommen, die wir im Restaurant Bamboo umgesetzt haben.“

Manches war aber auch zu viel für den europäischen Gaumen: „Ich habe mir dort mal ein Curry bestellt. Ich habe dem Koch gesagt, ich will es nicht scharf haben – und hatte dann sechs getrocknete Chili-Schoten drin. Und das war für die Thailänder dann schon die nicht scharfe Variante“, lacht Nana.

Und auch die Geschmacksnerven von Stephan Wisnewski wurden in Thailand herausgefordert. Zum Beispiel, als er an die Durian geraten ist. „Das Fruchtfleisch hat einen bananengelben Farbton und wenn man dann reinbeißt, ist die Textur sehr puddingartig. Und der Geschmack ist irgendwo zwischen süß und Zwiebel“, erzählt er und verzieht heute noch das Gesicht. Gut, dass er die Durian in Thailand gelassen hat – die Stinkfrucht verbreitet nämlich noch dazu einen penetranten Geruch. Die Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt, sagt Stephan Wisnewski.

„Es war total spannend und immer überraschend, wenn ich etwas probiert habe. Das Essen ist einfach viel authentischer. In Thailand wird versucht, aus jedem Produkt das meiste herauszuholen und es dabei so lecker wie möglich zu machen.“ So lecker wie möglich – das kann ja auch für ein neues Restaurant nur ein guter Ansatz sein!

Die Suche nach der Knoblauchsprosse

„Manche von uns fliegen nach Thailand, andere besuchen China oder Vietnam. Wir alle lesen Bücher. Wir besuchen Restaurants in ganz Deutschland und in europäischen Metropolen wie London, wo die asiatische Küche ganz groß ist. Und dann lässt jeder seine Ideen in die neuen Rezepte einfließen“, erzählt Gastronomiedirektor Torsten Hoffmeister davon, wie er und sein Team die neuen Köstlichkeiten für das Restaurant Bamboo kreiert haben.

Das war manchmal allerdings leichter gesagt als getan. Denn authentisch asiatisch kochen heißt auch: mit authentischen Zutaten kochen. Mit Thai-Basilikum, der Miso-Paste aus Sojabohnen, Minze und der Knoblauchsprosse. Und da wurde es manchmal kompliziert.

„Die vier asiatischen Länderküchen im Bamboo sind so nah dran am Original, dass die Zutaten teilweise schon sehr speziell sind. Die Knoblauchsprosse zum Beispiel ist ähnlich wie Lauchgemüse, aber sehr viel schwerer zu bekommen. Dafür haben wir unzählige japanische Geschäfte in Düsseldorf abgegrast und darüber dann einen neuen Lieferanten aufgetan.“

Mit den neuen Zutaten konnte es in der Küche dann losgehen. Verschiedene Currys für Thailand, japanisches Sushi in herrlichen Kombinationen und die Pho’s für Vietnam mit ihren Einlagen aus Sprossen, Zitronengras und Shiitake-Pilzen. Für China hat das Team unter anderem Tofu, gegrillte Sojabohnenblätter und Lotuswurzeln verarbeitet. Für Produktentwicklerin Nana David waren die neuen Rezepte für das Bamboo Ehrensache.

„Als ich 2008 hier im Phantasialand meine Lehre angefangen habe, habe ich im asiatischen Bereich begonnen. Und da steckt bis heute mein Herzblut drin. Viele Menschen lieben die asiatische Küche, gerade weil sie so vielfältig ist. Man kann vegetarisch und vegan kochen, aber auch unheimlich viele leckere Sachen mit Fleisch oder Fisch. Eins kann ich sagen: Davon werde ich nie genug bekommen“, lacht sie.

Es ist angerichtet

Am Eröffnungsabend ist die Nervosität im Restaurant Bamboo fast mit Händen zu greifen. Die ersten Gäste sind gleich da. Und noch stehen nicht alle landestypischen Speisen und Nachtisch-Kreationen auf den neuen Buffet-Inseln. Nana David ruft nach Schieferplatten zum Anrichten, Torsten Hoffmeister schiebt das Sushi an die richtige Position. In ihren Gesichtern steht die gespannte Frage geschrieben: Wie wird das, woran so viele Menschen so hart gearbeitet haben, ankommen? Schließlich ist hier im Restaurant Bamboo nichts mehr wie es war – von der Inneneinrichtung über die Atmosphäre bis hin zur Küche hat sich einfach alles geändert. Und es ist eine zeitliche Punktlandung: Der letzte Topf findet seinen Weg auf das Buffet, kurz bevor sich dann tatsächlich die Türen öffnen…


Die Live-Cooking-Stationen im Restaurant Bamboo komplettieren das Buffet – und machen schon beim Zuschauen Appetit. Dürfen es Reisnudeln aus dem Wok sein oder lieber kunstvoll Gebratenes von der heißen Platte, dem asiatischen Teppanyaki-Grill? Egal, ob Fleisch, Fisch oder würzige Nudelgerichte: Hier wird alles vor den Augen der Gäste frisch zubereitet. Und auch zum Nachtisch wird etwas ganz Besonderes geboten: Teppanyaki-Eis! Hier kann jeder seine Lieblingszutat wählen – und dann Eis nach thailändischer Art genießen.

Und die Gäste? Kosten das alles voll aus! Lassen die modern-asiatische Atmosphäre auf sich wirken und genießen die große Auswahl der vier einzigartigen Länderküchen. Knusprige Fischbällchen, geräucherter Tofu, Schweinefleisch mit Knoblauchstange, Salat von grüner Papaya…Torsten Hoffmeister sieht nur begeisterte Gesichter. Und entspannt sich langsam. Er ist froh, dass die Gäste glücklich sind – und stolz darauf, was sein Team in den letzten Monaten geschaffen hat.

„Sie werden kein anderes Restaurant finden, das diese Vielfalt vereint. Jedes Gericht ist voller eigenem Geschmack, sehr authentisch, es ist eben nichts von der Stange. Es ist das, was wir erreichen wollten: ein echtes Erlebnis.“

Author

Rebecca Kranz