Phantastische Welten

Zwischen Backformen und Puderzucker

Text: Lilli Feller
Fotos: Kai Thrun | Illustration: Vanessa Przibilla

Entdecken Sie die kaiserliche Tortenfabrik von Gustav E. Lehmann.

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Extrablatt, Extrablatt: Mäusealarm in der kaiserlichen Tortenfabrik! Halt, Moment, nochmal von vorn … heute geht es ausnahmsweise nicht um die freche Nager-Bande. Dieses Mal möchten wir Ihren Blick auf die eigentliche Attraktion und die liebevoll gestaltete Thematisierung richten, es lohnt sich!

Denn was Details angeht, sind wir total versessen darauf! Schon beim Betreten des Gebäudes werden Sie von dieser Welt aus Industrie und Nostalgie eingenommen. Direkt hinter dem Eingang befinden Sie sich bei der Anlieferung der Waren. Hier herrscht geschäftige Lagerhausatmosphäre, große Holzkisten und Säcke mit Mehl und Zucker stapeln sich vor dem Eingang. Es wird gewogen und gezählt. Milchkannen, Sahneflaschen und Obstkisten warten darauf, zu leckeren Torten verarbeitet zu werden. In der kaiserlichen Fabrik selber liegt der Duft von Schokolade und Vanille in der Luft. Durch verwinkelte Gänge geht es vorbei an fein sortierten Regalen, unzähligen Schubladen und antiken Schränkchen. Wer die Treppe im Flur der alten Fabrik hinauf steigt, gelangt immer tiefer in die kandierte Welt von Gustav E. Lehman, dem Meisterbäcker.

Oben angekommen, passieren Sie einen langen Gang, der Blick bleibt an einer Sammlung alter Schwarzweiß- und Sepia-Fotografien von Konditoren, Bäckern und deren Gehilfen hängen. Apropos Bäcker, schon befinden wir uns im Umkleidebereich der großen Tortenfabrik samt Spinden und einer ausführlichen Anleitung an der Wand mit einer akkuraten Kleiderordnung für Bäcker und Bäckerinnen. Die Herren tragen unter anderem eine Ballonmütze, Bäckerjacke und die typisch kleinkarierte Bäckerhose. Für die Damen sind Haube und eine frisch gestärkte Schürze unverzichtbar. Ach, und das Halstuch, beziehungsweise Dreieckstuch nicht vergessen! Der Dresscode ist bis ins kleinste Detail durchdacht!

Bitte klicken Sie auf das Bild, um das Rezept als PDF angezeigt zu bekommen.

Nun macht sich eine leise Vorahnung breit: Gleich geht es in das Herzstück des ehrwürdigen Unternehmens – die Backstube. Und diese gleicht einem Schlaraffenland voll von leckeren Zutaten, kunterbunten Liebesperlen, Backformen und … oh wow, einem prächtigen Tortenkunstwerk im Tortenaufzug!

So schwer es fällt, weiterzugehen: Es warten noch viele leckere Überraschungen. Da packt selbst den größten Küchenmuffel die Lust am Backen. Wie gut, dass es an der Wand gleich eine Reihe von köstlichen Rezepten gibt: Kirsch-Schnitten, Erdbeertorte, Aachener Printen, Frankfurter Kranz, Budapester Schokoladenrücken und den Gugelhupf. Bei den Rezepten handelt es sich um Originale aus einem Konditorbuch aus dem 19. Jahrhundert - echte Schätze mit einem ganz eigenen Charme. Die kecken Mäusestimmen werden immer lauter, der Bahnhof liegt vor uns. Ein Zeichen, dass unsere nostalgische Reise hier vorbei ist und nun Ihr Talent als Kammerjäger gefragt ist. Viel Erfolg!

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