Handgefertigte Möbel für Rutmor's Taverne

„Das sind Möbel mit Geschichte“, sagt Annette Pieck während ihre Hand behutsam über die Schnitzereien auf dem massiven Holztisch in Rutmor’s Taverne gleitet. Zwischen den mächtigen Steinwänden mit den kunstvoll gemeißelten Ornamenten, dem deckenhohen Kamin und den kernigen Holzböden wirken die schweren Möbelstücke wie das letzte noch fehlende Teil eines großen Puzzles. Mit ihnen kommt Leben in die Taverne, jetzt kann man sich hier die ausgelassenen Feiern der geselligen Klugheimer bildlich vorstellen.

Lange hat die Projektleiterin auf den Moment gewartet, in dem sie das urige Ambiente der zünftigen Taverne mit diesen hölzernen Kunstwerken komplettieren konnte. Denn damit die Tische, Stühle und Bänke sich nahtlos in die eindrucksvolle Atmosphäre einfügen konnten, mussten sie in aufwendiger Handarbeit gefertigt werden – und das brauchte seine Zeit. Mehrere Monate lang schnitzte und tischlerte ein Team von Schreinern in den rumänischen Karpaten die kunstvollen Einzelstücke nach den exakten Vorgaben von Annette Pieck und dem Themenwelt-Designer.

„Die Ornamentik, die sich an den Wänden des Gastraums oder auf dem Kamin findet, musste natürlich auch in den Holzmöbeln auftauchen. Wie ganz Klugheim hat auch Rutmor’s Taverne ein gestalterisches Konzept, das in allen Einzelheiten ein stimmiges Gesamtbild ergeben muss“, erklärt die Projektleiterin diese Gestaltungsvorgaben. Und so zieren die Tischbeine und Stuhlrücken die gleichen Spiralen und Knoten wie die Wände, schmückt das geschwungene „R“ des Tavernenschriftzugs die Tischplatten.

 

Dafür brauchte es neben großem handwerklichen Geschick seitens der Schreiner und Tischler vor allem das richtige Material. Ein Holz, das sich gut verarbeiten ließ, das dem täglichen Einsatz im Restaurantbetrieb standhalten konnte und gleichermaßen zum Aussehen der Taverne passte. Die Wahl fiel auf robustes Eichenholz. Und zwar eines mit Geschichte. „Wir haben für die Möbel alte, gebrauchte Holzbalken ausgewählt, die gut 150 Jahre tatsächlich in einem Dachstuhl oder Fachwerk verbaut waren“, berichtet Annette Pieck. Die Spuren, die die jahrhundertelange Nutzung am Holz hinterlassen hat, strahlten genau das aus, was sie für den urigen Charme der Taverne gesucht hatte. „Mit seinen Kerben und Ritzen erzählt das Holz die Geschichten eines ganzen Lebens – man kann sich gut vorstellen, wie es vor vielen Jahren von den Klugheimer Schreinern aus einer großen Eiche gesägt wurde und dann als rustikaler Tisch in der Taverne gelandet ist.“

„Die Gäste sollen komplett in eine ganz eigene Welt eintauchen können. Vom ersten Moment des Betretens bis hin zum Dessert.“

Das Gestaltungskonzept von Rutmor’s Taverne endet aber nicht mit den charaktervollen Möbeln, betont die Projektleiterin, während sie einen der großen Stühle neben dem Kamin platziert. „Die Gäste sollen komplett in eine ganz eigene Welt eintauchen können“, erklärt sie „und zwar vom ersten Moment des Betretens bis hin zum Dessert.“

Deswegen durchzieht der ursprüngliche Charakter Klugheims natürlich auch die weitere Ausstattung der Taverne: Geschirr und Besteck, Tischdekoration und Gläser. Da spiegeln die tiefgrauen Schieferplatten als Tischsets die kraftvolle Aura der mächtigen Basaltfelsen wider, die Klugheim draußen wie ein Wall umgeben. Die riesigen gusseisernen Pfannen, in denen saftige Koteletts und goldbraune Schnitzel serviert werden, könnten direkt aus der Werkstatt von Schmiedemeister Klinghammer stammen. In ihren „kleinen Schwestern“ warten Kaiserschmarrn und Eierknöpfli genauso zünftig darauf, genussvoll verspeist zu werden. Die metallenen Tiegel für die Suppen lassen erahnen, dass die Klugheimer ihre Speisen auch mal unterwegs verzehren wollten, und das schnörkellose Besteck, das so gut in der Hand liegt, zeigt: Hier haben keine Burgherren gespeist, hier genossen fleißige Handwerker ihre ehrlichen Mahlzeiten.

Und so soll es auch heute noch sein: Wenn dann das würzige Aroma deftigen Schinkens in der Luft liegt und die Rohrnudeln in der Pfanne einen unvergleichlichen Duft verströmen, sollen die Gäste in der Taverne ein genauso zünftiges und geselliges Gastmahl genießen können wie die Klugheimer in alten Zeiten. „Dann sollen die Tische und Pfannen, Steinwände und Ornamente ihren Geschichten weitererzählen und die alte Taverne mit vielen neuen Anekdoten und Erlebnissen erfüllen“, wünscht sich Annette Pieck.

Author

Christina Herrmann