Phantastische Welten

Testen mit System

Text: Christina Herrmann
Video: Robert Fülling

Schritt für Schritt wird der Multi-Launch-Coaster Taron in den Testfahrten eingestellt

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Es ist soweit: Tarons Testfahrten haben begonnen!
Endlich darf der Multi-Launch-Coaster über die verschlungenen Schienen rauschen und zeigen, was er kann. Denn genau darum geht es bei den aktuellen Testfahrten. Hier wird ganz genau geprüft, ob alle technischen Leistungswerte erreicht werden können.

Das geht nur mit einer klar strukturierten Herangehensweise. Denn Taron ist als Multi-Launch-Coaster in seiner Bauart deutlich komplexer als herkömmliche Achterbahntypen. Er muss schrittweise in aufeinander aufbauenden Phasen getestet werden, muss sich langsam an die finalen Werte herantasten.

Der erste große Testblock ist den Einstellarbeiten der Gesamtanlage gewidmet: In intensiven Probeläufen werden die technischen Voraussetzungen geschaffen, dass Taron später einwandfrei funktionieren kann. Die Sensoren, die Steuerung, die Software – alles muss geprüft und sorgfältig aufeinander abgestimmt werden. Besonders herausfordernd sind dabei der LSM-Antrieb und die Bremsen. Beides sind hochsensible Punkte der Anlage, die besonders vorsichtig in Betrieb genommen werden müssen.

Daher dürfen in dieser ersten Testphase die beiden Streckenabschnitte zwischen den Launches nur einzeln befahren werden. Und zwar mit gedrosselter Geschwindigkeit. Nur so können wir die vielschichtigen Einstellungen gründlich ausprobieren.

Auch Tarons Zug wird im ersten Testblock genau unter die Lupe genommen und ausführlich eingefahren. Dabei werden nur für den Testbetrieb spezielle harte Rollen aufgezogen, die während der Fahrt möglichst geringen Widerstand erzeugen. Auch das Fahrwerk wird in vorläufigen Konfigurationen erprobt und kontinuierlich in Richtung der finalen Einstellung justiert.

Erst nach diesen Einstellarbeiten kann Taron sich der nächsten großen Herausforderung stellen: In der zweiten Testphase muss die Anlage die sorgsam erarbeiteten Einstellungen aus der Fahrt heraus umsetzen. Denn jetzt geht es richtig zur Sache: Taron durchfährt erstmals die komplette Strecke! Vom ersten Abschuss an saust er über die Schienen und macht auch beim zweiten Launch keine Pause. Regelrecht durchkatapultiert wird der Zug, ein fliegender Start mitten auf der Strecke.

Runde für Runde kann dabei nun die Geschwindigkeit gesteigert werden. Immer ein Stückchen näher an die Endgeschwindigkeit heran, aber noch nicht bis zum Maximum. Dabei zeigt sich, wie gut die ersten Einstellungen funktionieren und ob sie erneut angepasst werden müssen. Und noch etwas wird deutlich: Taron erhält beim zweiten Launch einen zusätzlichen Boost, der den Zug im zweiten Abschnitt sogar noch rasanter über die Strecke schießt als zuvor.

In diesen Testrunden kann auch das markante Surren, das die vorläufigen harten Rollen erzeugt hatten, abgestellt werden. Durch das Aufziehen der finalen, weicheren Rollen gleitet der Multi-Launch-Coaster nun nahezu geräuschlos über die Schienen.

Das sind beste Voraussetzungen für die dritte Stufe der Tests. Die Einstellarbeiten sind weit fortgeschritten, die Geschwindigkeit ist hoch, Taron hat sich die ganze Strecke „erobert“ – wir sind bereit für die Fahrt mit mehreren Zügen!

Jetzt kann die Erprobung des Vier-Zug-Betriebs beginnen. Konkret bedeutet das: Zwei Züge fahren gleichzeitig über die Strecke, während zwei andere sich im Be- und Entlademodus befinden. Ein weiterer entscheidender Schritt auf Tarons großer Testreise. Einer, der Klugheim schon leise vibrieren lässt…

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