Die tägliche Wartung der Black Mamba

6 Uhr morgens: Die Black Mamba lauert noch in ihrer Höhle. Ansonsten ist es still im Themenbereich Deep in Africa. Nur ein paar Vögel zwitschern aus den Bäumen zu den ersten Sonnenstrahlen, die sich ihren Weg durch das Blättergewand aus Palmen und Bananenstauden bahnen. Doch die Idylle ist trügerisch. Denn schon bald wird die Königin der Schlangen durch den Urwald rauschen, haarscharf vorbei an Wasserfällen und Felsklippen – sie wartet nur darauf, endlich entfesselt zu werden. Doch bis es soweit ist, hält Werner Kuhl die Black Mamba fest im Griff. Sie wird nicht losgelassen, solange er es nicht will.

Der Sicherheitstechniker kümmert sich darum, dass die Achterbahn so viel Spaß macht, wie sie soll. Dafür steht er jeden Morgen vor allen anderen auf und prüft den Inverted Coaster auf Herz und Nieren. Es gibt kein Rad, keinen Gurt und keinen Sitz, an dem er nicht rüttelt: Wo gibt es Verschleißerscheinungen? Was muss eventuell getauscht werden? Und das alles unter Zeitdruck, denn bis zur Parköffnung muss alles wie geschmiert laufen. Aber Werner Kuhl ist Profi. Er kennt die Black Mamba schon seit ihren ersten Fahrten. Von den gewaltigen Schienen der Achterbahn, die ihn daneben in Miniaturformat erscheinen lassen, lässt er sich längst nicht mehr beeindrucken. Wenn er die Strecke abgeht, dann hat er nur Augen für die Sicherheit. Und für alles andere sorgt die Black Mamba schon selber.

Author

Christian Buhl