Phantastische Welten

Klugheims steinerne Adern

Text: Christian Buhl
Video/Fotos: Robert Fülling, Christian Buhl

Auf speziellen Pflastersteinen durch die neue Themenwelt

Neue Themenwelt Klugheim

Wo sich dunkle Schienen zu eindrucksvollen Geflechten verbinden und riesige Felsen sich am Horizont erheben, liegt das Reich von TARON  und RAIK. Der Multi-Launch-Coaster und der Family-Boomerang thronen wie zwei Giganten über den Holzhäusern im Dorf und werfen mächtige Schatten auf die vielen Pfade, die tiefer nach Klugheim hineinführen. Links und rechts der Wege sind in gleichsam rustikalen wie anmutigen Holzbauten Maserungen mit den Fingerspitzen zu fühlen, und es erwartet jeden Besucher ein Spiel mit den Sinnen, wenn auch unter ihren Füßen die neue Themenwelt zum Leben erwacht.

Das Gefühl des rauen Pflasters unter der Sohle ist wie eine Einladung, jeden Zentimeter zu erkunden und diese beeindruckende Welt Stück für Stück zu erschließen. Wenn man der Phantasie dabei die Navigation überlässt, so trägt sie einen über steinerne Wege hin zu einem belebten Marktplatz. Wie in alten Städten klackern Pferdehufe auf dem Plaster und Händler ziehen ihre Handkarren über die Straßen. Sie bringen Mehl, Hopfen und andere Kostbarkeiten heran, die sie an Ständen feilbieten wollen. Wie steinerne Adern füllen die gepflasterten Pfade die Stadt mit Leben. Sie dienen ihren Bewohnern als Gehweg und sind zugleich wichtige Verbindungen für den Transport von Gütern.

Die Zeit und die Natur haben ihre Muster in sie geprägt. Spuren von scheinbar jahrzehntelanger Beanspruchung zeichnen das Pflaster. Tiefe Furchen überziehen die raue und unebene Oberfläche. Das aber macht sie so besonders, das verleiht ihnen Charakter.
Dieser Charakter steckt in jedem einzelnen der tausenden Pflastersteine auf den verwinkelten Wegen, die durch Klugheim führen. Jeder von ihnen hat etwas zu erzählen – so wie die Holzhäuser, die Felsen und die beiden Achterbahnen etwas zu erzählen haben. „Der Charakter Klugheims spiegelt sich in allem wider, was hier bisher gebaut wurde. Da brauchte es einfach ein besonderes Pflaster. Es sollte aussehen, als würde es schon seit vielen Jahren in einer alten Stadt liegen. Das hätten wir mit keinem anderen so gut hinbekommen“, betont Hans-Heinrich Obergfäll, Projektleiter von Klugheim.

Große Fugen lassen der Natur genug Raum

Denn hier sind die Pfade mehr als nur Verbindungen von A nach B. Das Pflaster ist das erste, was zu spüren sein wird, wenn man die Fußspitze in die neue Themenwelt setzt. Es fängt die Vorfreude auf TARON und RAIK ein und trägt sie mit jedem weiteren Schritt hin zu diesen außergewöhnlichen Abenteuern.

Mehr als 280.000 Pflastersteine ebnen diese steinernen Routen. Trotz dieser Menge drängt es sich an keiner Stelle in den Vordergrund, sondern fügt sich farblich perfekt in die Basaltlandschaft ein und wirkt wie ein Verbindungsweg zwischen dem urigen Dorf hier unten und den rauen Gipfeln dort oben. Die großen Fugen lassen der Natur dabei genug Raum, um den harten Stein mit weichem Moos zu überziehen und dem Gräulichen ein wunderschönes Grün zu schenken.

In den alten Städten hatten die gepflasterten Straßen und Wege besonders breite Fugen. In Klugheim durften diese Abstände jedoch nicht zu groß sein – aus ganz praktischen Gründen. „Das hätte wiederum zu einem unangenehmen Laufgefühl geführt, deswegen haben wir dem Hersteller gesagt, dass sie schmaler sein müssen“, betont der Projektleiter.
Und wie vor Jahrzehnten auch schon, dienen die Steine nicht nur als Lauffläche, sondern müssen auch den Lasten von schweren Fahrzeugen einen stabilen Untergrund bieten. Aus diesem Grund kommt an einigen Stellen besonders starkes Pflaster zum Einsatz. „Wir haben 2 Zentimeter dicke Steine, 4 Zentimeter dicke und 8 Zentimeter dicke Pflastersteine verlegt. Das war eine Sonderanfertigung des Herstellers“, erläutert Hans-Heinrich Obergfäll.

So wurden die Voraussetzungen geschaffen, um die Faszination Klugheim vom ersten Schritt an erleben und begreifen zu können. Dabei wirkt das Pflaster neben den Coastern, den Felsen und den urigen Holzbauten so unscheinbar. Doch wenn man genau hinhört, haben auch die Steine ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen.

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