Schon bei der Anreise ahnt man Großes. Die Fassade des Hotels MATAMBA richtet sich wie eine große Burg vor Ihnen auf. Imposant, authentisch und einladend. Sie können es kaum erwarten, dahinter zu blicken. Das Gefühl sagt, etwas Besonderes, ja Einzigartiges kommt auf Sie zu. Nach dem Eintreten durch das schwere Holztor passiert es: Sie sind nicht mehr in Brühl, Sie befinden sich mitten im Herzen Afrikas! Die warmen Farben, geheimnisvolle Masken, üppige Pflanzen, die Gerüche – nichts erinnert Sie mehr an Deutschland und dabei sind Sie doch erst vor ein paar Minuten von der Autobahn runter. Um es nochmal deutlich zu machen, es ist kein typisches Hotel, welches auf Afrika „getrimmt“ wurde, hier lebt Afrika mit seiner ganzen Seele!

Bei der Architektur ließ man sich vom Stamm der Dogon in Mali inspirieren. Die Lehmbauweise hat eine lange Tradition und wurde von der UNESCO zum Weltnaturerbe als auch Weltkulturerbe erklärt. Ein typisches Merkmal dieser Architektur sind die herausragenden Holzbalken aus den Wänden. Für die Dogon sind sie aufgrund der gnadenlosen Witterungen in Afrika ganz praktisch. Denn nach einem tosenden Regenfall weichen die Lehmwände auf und die Balken sind praktisch zum Hochklettern und Restaurieren. Für uns in Deutschland haben die Stäbe allerdings eine optische Rolle gespielt, denn es sollte alles so authentisch wie nur möglich sein!
Im Kontrast zur massiven Außenfassade wurde im Inneren der Anlage mit viel Licht gearbeitet. Das Restaurant ZAMBESI besticht nicht nur durch seine Größe, die Glaskuppel taucht den Raum mit den gemütlichen Sitznischen in ein freundliches, helles und offenes Ambiente.

Während in Deutschland fleißig konstruiert und gebaut wurde, hat man parallel zu Beginn des Baus in Kamerun ein Künstlerdorf errichtet. Die rund 60 Kunsthandwerker sorgten dafür, dass diesem Hotel Seele eingehaucht wird. In traditioneller Handarbeit entstanden und entstehen bis heute verschiedenste Zeugnisse afrikanischen Lebens. Sie spiegeln die Wirklichkeit wider und diese besteht in Afrika aus natürlichem Alltagsleben und eben auch aus spirituellen Naturreligionen. Die Künstler haben keine Vorlagen, sie gestalten alles frei aus dem Kopf. Unser Bauleiter Hans-Heinrich Obergfäll hat das Künstlerdorf im Vorfeld besucht und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Unglaublich, was hier entsteht, elektrische Werkzeuge sucht man übrigens vergebens! Das würde dem Charakter der traditionellen Figuren gar nicht gerecht werden, die sich durch eine klare und symbolische Formensprache auszeichnen. Fasziniert hörte Herr Obergfäll den Geschichten zu. Da schnitzen drei Leute ganze zwei Monate aus einem riesigen Baumstamm eine Tischplatte. Hierbei sei zu erwähnen, dass wir für das Hotel MATAMBA nur zertifizierte Hölzer aus Nachwuchsplantagen verwenden! Bemerkenswert sind außerdem die respekteinflößenden Bakongo-Kriegsstatuen. Wenn man jedoch weiß, dass sie rein gar nichts mit Krieg zu tun haben, sondern Schutzheilige darstellen, sieht man die meterhohen Schutzfiguren in einem ganz anderen Licht. Dann gibt es noch ganz witzige Sachen, wie den überdimensionalen Holzlöffel, der nach einer über 5200 km langen Reise den Weg in die JAFARI Bar gefunden hat. Als unser Bauleiter diesen Löffel unter den Gegenständen entdeckt hat, war die Wiedersehensfreude riesig. Und bis heute werden die aufregenden und inspirierenden Geschichten dieser Reise erzählt!

Ein wichtiger Arbeitsschritt darf nicht vergessen werden, der von großer Wichtigkeit für das authentisch-afrikanische Ambiente ist: das Verdunkeln jedes Einzelstücks über einem offenen Feuer. Denn die Figuren sollten nicht wie neu aussehen, sondern richtig verwittert.

Insgesamt kamen zur Eröffnung Tausende Unikate aus bei uns an: Figuren, Körbe, Masken, Möbel – eine bemerkenswerte Bandbreite! Doch es sollte nur der Anfang einer erfolgreichen und respektvollen Zusammenarbeit sein. Seitdem sind noch viele Container dazu gekommen und es werden noch viele folgen. Das Kameruner Künstlerdorf besteht bis heute noch, für die Kunsthandwerker ist eine solch langjährige Arbeitsanstellung etwas Ungewöhnliches. Deshalb zogen die Familien nach und leben zusammen ca. 30 km von der Hauptstadt Yaoundé entfernt.
Wie Sie sich vorstellen können, ist es unmöglich sich da auf einen Favoriten festzulegen, vor allem, wenn man weiß, wie viel Arbeit und Hingabe hinter jedem Einzelstück steckt. Auf eine Figur sind wir jedoch unheimlich stolz. Es handelt sich um „Mutter Matamba“, ein Geschenk der Künstler, sie hat deshalb einen Ehrenplatz in der Lobby erhalten. Die Bronzeskulptur streckt den Gästen einen Opfertopf entgegen – als Symbol für das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen. Achten Sie beim Eintreten darauf!
Neben den optischen, kulturellen und kulinarischen Eindrücken war die Reise nach Afrika auf eine ganz andere Weise faszinierend. Es ist die Herzlichkeit, die pure Lebensfreude und Persönlichkeit, die so beeindruckend ist. Beim Richtfest konnten wir diese Magie hautnah miterleben. Afrikanische Priester waren eingereist, um das Gebäude nach ihren Traditionen zu segnen. Es goss wie aus Kübeln! Doch als die Zeremonie begann, änderte sich schlagartig das Wetter und die strahlende Sonne Afrikas hielt Einzug ins Hotel MATAMBA.
Hinter dem Hotelnamen verbirgt sich im Übrigen eine wichtige Bedeutung. Matamba war ein Königreich im Südosten Afrikas unter der Herrschaft der Königin Nzinga von Matamba. Sie wurde berühmt durch ihren erfolgreichen Widerstand gegen die Kolonialisierungs-Versuche Portugals. Matamba symbolisiert Schutz und Fürsorge, gibt es eine bessere Namenspatin für ein freundliches Familienhotel?

Author

Lilli Feller