Hinter den Kulissen

Göttlicher Wirbelwind

Text: Christian Buhl
Fotos: Robert Fülling

So viel Technik steckt hinter Talocan

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Willkommen in Talocan, dem geheimnisvollen Reich des mächtigen Gottes Tlaloc! Sie haben sich also entschlossen, dem Wetter-Gott entgegenzutreten. Aber seien Sie gewarnt: Lassen Sie sich nicht täuschen von der anfänglichen Idylle. Das ist die Ruhe vor dem Göttersturm! Denn ein Fingerschnippen von Tlaloc reicht und die wildesten Stürme brechen los, die heißesten Feuerzungen erhellen den von dicken Regenwolken behangenen Himmel und Wassermassen erheben sich zu reißenden Fluten. Sie werden in atemberaubender Geschwindigkeit durch die Luft gewirbelt und vergessen, wo oben und unten ist. Ein Blick hinter die Kulissen des europaweit einmaligen Suspended Top Spin zeigt, welche Technik hinter der göttlichen Gondelfahrt steckt, die Sie so schnell nicht wieder vergessen werden.

Fahrerpult

Wann Tlaloc Sie in sein geheimnisvolles Reich wirbeln darf, entscheiden die Kollegen am Fahrerpult. Sie sitzen hinter zwei Fenstern, die man von der riesigen Gondel aus fast gar nicht bemerkt. Hier blinken viele Knöpfe in den unterschiedlichsten Farben und Anzeigen erscheinen auf dem Monitor in der Mitte des Steuerpults. Wenn sich ein Gott wie Tlaloc kontrollieren lässt – dann von hier aus.  Vor der Fahrt sehen die Männer auf dem Display, welche Bügel der Sitze bereits geschlossen sind und welche nicht. Mit einem Knopfdruck entfesseln sie dann Tlaloc und seine unglaubliche Kraft, mit der er Ihnen die Sinne raubt. Einmal losgelassen, lässt der mächtige Gott Feuerfontänen  in der Luft züngeln und Donner durch die Felsenlandschaft grollen. Auf die Länge der Fahrt hat aber selbst ein Gott keinen Einfluss – die ist nämlich vorprogrammiert und bei jeder Fahrt gleich.

Talocan-Eingang

Die Kollegen an der Gondel arbeiten perfekt mit denen im Fahrerpult zusammen. Hier ist Teamwork gefragt! Während oben die beiden Männer die Übersicht über die gesamte Attraktion haben, achten die anderen unten vor allem auf die Sicherheit. Denn wenn auch nur einer der 38 Sitze nicht richtig geschlossen hat, bewegt sich die Gondel keinen Zentimeter. Jeder der Sitze verfügt über eine mechanische Sicherung, die wiederum von einer elektronischen überwacht wird und an das Fahrerpult meldet: geschlossen oder offen. Ein grünes Kontrolllicht neben der Kopfstütze leuchtet erst dann dauerhaft auf, wenn der Bügel wirklich fest sitzt. Von unten schnallen sich die Besucher zusätzlich mit einem Gurt an. Das war’s aber immer noch nicht: Denn vor dem Start gehen die Kollegen dann noch jeden einzelnen der 38 Sitze ab und prüfen, ob die Bügel richtig geschlossen sind. Erst dann schließen sich die Eingangs- und Ausgangstüren und die Reise in das Reich Talocan kann endlich beginnen!

Maschinenraum/Achse

Vier leistungsstarke Elektromotoren treiben die Gondel an, die mit Druckluft und Gegenstrom gebremst wird. Wie es sich für einen Gott gehört, lässt Tlaloc gerne die Muskeln spielen. Die Achsen sind so stark, dass sie sechs Tonnen Last tragen können – das entspricht etwa dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefantenbullen oder dem von sechs Pkw. Was die Fahrt auf dem Suspended Top Spin aber so besonders macht, ist das Spiel mit den Elementen Wasser und Feuer. Das Gas für die Feuergarben wird von einem riesigen unterirdischen Gastank eingespeist und per aufwendiger Technik mit den Wasserfontänen synchronisiert. Und wenn der Wind einmal zu stark durch Mexico fegt, schalten sich die Feuerzungen automatisch ab. Die Technik der Gondel wird jeden Morgen rund zwei Stunden auf Herz und Nieren geprüft – dazu gehören auch der Sound, das mächtige Donnergrollen und die Feuergarben. Die Musik von Tlaloc wurde übrigens extra komponiert, das Donnergrollen und das Feuer ist hingegen göttlicher Natur! Mehr als acht Mal muss Tlaloc ohne Besucher wirbeln, bevor die ersten Mutigen ihm entgegentreten dürfen.

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