Uwe Nerlich ist der geborene Gastgeber. Schon auf den Weltmeeren hat er seine Gäste als Executive Maître mit unwiderstehlichen Charme und großer Aufmerksamkeit fürs Detail begeistert - und nimmt auch heute im Phantasialand das Publikum mit auf eine unvergessliche Reise in die Welt von Fantissima. Sympathisch und humorvoll führt er durch den Abend und hat dabei immer nur eines im Blick: Die vollendete Zufriedenheit jedes einzelnen seiner Gäste.

Als Gast lernt man Sie vor allem als Moderator des Abends kennen, doch steckt natürlich deutlich mehr hinter der Serviceleitung eines Showerlebnisses wie Fantissima.
Welche Vorbereitungen stehen dabei vor den individuellen Aufgaben pro Showabend?

Für Uwe Nerlich war das Phantasialand eine Liebe auf den ersten Blick: Im zufälligen Vorbeifahren zog das einzigartige Flair des Hotel Ling Bao den ausgebildeten Hotelfachmann in seinen Bann – und hat ihn bis heute nicht mehr losgelassen. Nach vielen Jahren auf Reise wurde er sofort im Phantasialand sesshaft. Erst im Hotel Ling Bao verantwortlich für die Restaurants Bamboo und Lu Chi und seit 2007 als leidenschaftlicher Chef de Service bei Fantissima.

In erster Linie die Schulung des Teams. Meine Mitarbeiter müssen nicht nur ihre Aufgaben kennen, sondern auch verstehen, was Fantissima bedeutet. Man begibt sich hier in eine komplett neue Welt, die einen für die vier Stunden der Show den Alltag vergessen lässt. Dieses runde Erlebnis aus Ambiente, Küche, Show und Service muss stimmig sein, da dürfen wir in keinem der Bereiche einen Abstrich machen. Das müssen wir den Gästen durch unsere Arbeit ermöglichen. Für uns gilt in jedem Arbeitsschritt das Credo, jedem Gast das maximale Showerlebnis zu ermöglichen. Und dafür benötigt man neben einer ehrlichen Freundlichkeit und ungeteilten Aufmerksamkeit für den Gast auch immer eine gute Vorbereitung und eine konzentrierte Umsetzung.

„Wie schmeckt eigentlich Kimchi-Samosa?“

 Gehört zur Vorbereitung auch, dass Sie und Ihr Team das Menü vorab probieren?
Ja, das ist zusammen mit der Weinverkostung ein wesentlicher Bestandteil unseres Servicetrainings. Das Fantissima-Menü ist schließlich alles andere als ein alltägliches Geschmackserlebnis! Unser Küchendirektor war so kreativ, hat so viele ungewöhnliche Komponenten auf so spezielle Art zubereitet, das müssen wir unbedingt selbst kosten. Erst dann wissen wir, was den „Szechuan Style“ des Wolfsbarschs wirklich ausmacht, wie scharf die Wasabi-Kartoffelcremesuppe ist oder wie eigentlich Kimchi-Samosa schmeckt. Daneben besprechen wir das Menü vorab ausführlich: Welche Komponenten wurden verwendet, wie wurden diese verarbeitet und welche Allergene sind enthalten. Wir wollen die Speisen quasi vom ersten Pfefferkorn bis zur letzten Beere komplett kennenlernen. Damit wir das Menü auf alle individuellen Wünsche und Bedürfnisse perfekt abstimmen können und jeder Gast auch wirklich den vollen Genuss erleben kann.

Servicetraining – das klingt sehr praxisnah. Wie kann man sich dieses Training vorstellen?
Beim Servicetraining üben wir alle Handgriffe, Laufwege und Aufgaben, die an einem Fantissima-Abend auf uns zukommen. Es gibt beispielsweise Probeläufe, für die das Küchenteam die Speisen original wie für die Show anrichtet, so dass wir das Servieren der einzelnen Gänge am Platz trainieren können. Damit alles genauso beim Gast ankommt, wie die Küche es angerichtet hat. Und damit die zeitlichen Abläufe bestmöglich aufeinander abgestimmt werden können.

 „Dann freuen wir uns auf die Gäste.“

 Wie läuft nach diesen ausführlichen Vorbereitungen dann ein Fantissima-Abend für Sie und die Servicecrew ab?
Für uns beginnt Fantissima weit vor dem Einlass zur Show. Lange bevor die ersten Gäste kommen, erstellen wir den Tischplan auf Basis der Reservierungen und bereiten jeden Abend ganz individuell vor – vom Garderobenhaken bis zum Dessertlöffel. Da werden Gläser und Bestecke poliert, Servietten gebrochen, Orangen geschnitten, Getränke sortiert und so weiter. Vom Eindecken der Tische bis zur Vorbereitung der Bar treffen wir alle nötigen Vorkehrungen für einen reibungslosen Ablauf. Daneben bereiten wir uns explizit darauf vor, welche Bedürfnisse die Gäste des Abends in Bezug auf die Speisen haben. Wie den Wunsch nach einer vegetarischen Variante oder eine spezielle Zusammenstellung für Allergiker. Das können wir abends natürlich auch ad hoc organisieren, sind aber gerne so ausführlich wie möglich vorbereitet.

Und wenn das dann alles geschehen ist, freuen wir uns auf die Gäste. Darauf, sie in unserem Theater willkommen zu heißen und mit vollendetem Service dafür zu sorgen, dass sie sich hier wohlfühlen und in diesem wunderbaren Ambiente einen einzigartigen Abend genießen können.

Mit dieser aufmerksamen Herangehensweise sind Sie sicherlich für fast alle Eventualitäten gewappnet – gibt es dennoch etwas, das Sie ins Schwitzen bringen kann?
Grundsätzlich weiß man natürlich nie, was an so einem Abend alles passieren wird. Das macht den Job ja auch so spannend und vielfältig. Wir sind ein routiniertes Team und arbeiten Hand in Hand mit den Kollegen aus den anderen Bereichen – aber auch in der gut eingespielten Fantissima-Familie erleben wir immer mal wieder Momente, die uns ins Schwitzen bringen. Gerade bei einem Gesamterlebnis wie Fantissima, bei dem alles perfekt aufeinander abgestimmt sein muss, bleiben Überraschungen und spontane Herausforderungen einfach nicht aus. Aber da werde ich jetzt bestimmt keine Details verraten! Das ist nämlich die wahre Kunst unserer Arbeit: Dass der Gast möglichst nichts davon mitbekommt, selbst wenn mal nicht alles nach Plan läuft. The show must go on – auch und gerade im Service!

 „Die persönlichen Empfehlungen unserer Gäste sind das Wertvollste, was wir haben.“

 Was macht demnach für Sie und Ihr Serviceteam einen gelungenen Abend aus?
Wenn man spürt, dass die Gäste entspannen, lachen, genießen und einen tollen Abend bei uns verbringen. Und uns dann am Ausgang des Restaurants mit den Worten „Toller Abend, wir kommen auf jeden Fall wieder“ verabschieden. Wenn der Gast am Schluss unser Lächeln an uns zurückgibt, ist das das schönste Feedback. Denn darum geht es: Dass der Gast einen Abend erlebt hat, den er positiv in seinem Herzen mit sich trägt und positiv weitererzählt.

Was ist das Besondere an der Arbeit bei Fantissima?
Die Herausforderung und auch die besondere Möglichkeit von Fantissima liegt darin, das Gesamterlebnis für jeden Gast so einzigartig wie möglich gestalten zu können. Das Besondere an Fantissima ist  aber auch, dass die Mischung aus Freundlichkeit im Service, Qualität der Speisen, Ambiente und der Zusammenstellung der Show weltweit einzigartig ist. Gerade Gäste, die selbst schon in Las Vegas oder im Lido in Paris waren, sagen uns immer wieder, dass wir uns wegen dieser Qualitäten von anderen Shows, national wie international, im allerpositivsten Sinne abheben. Dass Leute, die schon ganz andere Shows gesehen haben, mit einem solch überragenden Feedback auf Fantissima und unsere Arbeit reagieren, ist das schönste Kompliment. Das macht stolz.

Author

Christina Herrmann