Eine grüne Oase mit beheizten Palmen

Text: Christian Buhl | Mike Vester (Parkscout)
Fotos: Mike Vester (Parkscout)

Die richtige Pflanzenwahl ist ein wichtiger Bestandteil unserer Themenwelten

Phantastische Welten

Die Geleepalme mag es gerne kuschelig warm. Sie kommt eigentlich aus Südamerika, da ist es ja normalerweise ziemlich heiß. Eine fühlt sich aber auch im Themenbereich Deep in Africa wie zuhause. Kein Wunder, bei der Sonderbehandlung! Sobald es ihr im Winter zu sehr fröstelt, wird sie von Michael Jost und seinen Kollegen warm eingepackt – mit einer Heizung für Palmen! „Die Geleepalme verträgt nur leichte Fröste und wird deshalb zu Winterbeginn mit einem selbstregulierenden Heizkabel versehen, das locker um den Stamm gewickelt wird“, erklärt Michael Jost.

Der Garten-Designer kümmert sich mit seinen Kollegen um alles, was im Park wächst und gedeiht. Dazu gehört natürlich auch die Bepflanzung von Themenbereichen – so wie bei Deep in Africa.  Hier fühlt man sich wirklich wie im Dschungel. So einen tropischen Urwald hat es im rauen deutschen Klima noch nie zuvor unter freiem Himmel gegeben! Dafür mussten sich Michael Jost und seine Kollegen einiges einfallen lassen. Neben der Heizung für Palmen wärmt außerdem ein ausgeklügeltes Heizsystem unter der Erde die empfindlichen Wurzeln der Exoten – ihnen fehlt es also an nichts! Viele Jahre an Planung stecken in der Vision von Afrika.

Pflanzensuche in halb Europa

Es beginnt alles damit, dass Michael Jost und die Designer des Themenbereichs mehrere Entwürfe zeichnen und sich überlegen, wo welche Pflanze stehen könnte. So können sie perfekt auf die Anforderungen im Park eingehen, denn das ist manchmal gar nicht so einfach. „In der Nähe einer Eisdiele dürfen beispielsweise keine Pflanzen wachsen, die Bienen anlocken; größere Pflanzen, die in der Nähe einer Fahrattraktion stehen, müssen so platziert werden, dass sie nicht in das Lichtraumprofil hinein ragen.  Das heißt, dass die Planung der Grünanlagen zum einen den hohen gestalterischen Ansprüchen genügen und zugleich alle Abteilungen berücksichtigen und mit einbeziehen muss“, erklärt er.

In Deep in Africa stehen viele Pflanzen, die es in Deutschland normalerweise nicht gibt. Um diese Gewächse zu bekommen, fährt der Garten-Designer durch halb Europa: „Bei Großprojekten kann die Vorlaufzeit für eine Pflanze schon mal drei bis vier Jahre betragen. Die richtigen Exemplare müssen erst gefunden werden, und wir fahren zu verschiedenen Baumschulen in beispielsweise Holland, Belgien oder Spanien, um besondere Pflanzen vor Ort auszusuchen.“ Dabei achtet er immer auch darauf, möglichst viele immergrüne Pflanzen einzukaufen. „Das ist von großer Bedeutung, da wir auch im Winter geöffnet haben und in dieser Zeit die Gartenanlagen auch üppig und grün aussehen sollen“, sagt er. Doch die Auswahl an den immergrünen Gewächsen ist nicht so groß, wie Michael Jost das gerne hätte:  „Es stehen nur drei bis vier Arten zur Verfügung.“

Bei Chiapas – Die Wasserbahn blühen, wachsen und gedeihen mehr als 30 000 Pflanzen. Kollegen sind extra nach Mexiko in den Bundesstaat Chiapas gereist, um sich von der beeindruckenden Natur inspirieren zu lassen. Im Park entstand dann mit viel Liebe zum Detail eine ganz eigene mexikanische Fauna. Damit sich die Exoten auch hier richtig heimisch fühlen, wird echtes Vulkangestein aus der Eifel als Substrat verwendet. Und davon jede Menge: Zehn Tanklastwagen könnte man damit befüllen!

Auch im Garten des Hotels Ling Bao wird ein echtes Schmuckstück gepflegt. Die mehrere hundert Jahre alte Kamelie ist die zweitälteste ihrer Art in Europa und wäre um ein Haar dem Bau einer Autobahn zum Opfer gefallen. In Frankreich hatte man keine Verwendung mehr für die wunderschöne Pflanze, doch sie konnte gerade noch gerettet werden und fügt sich jetzt perfekt in das Gesamtbild des faszinierenden Gartenparadies, das übrigens wie das Hotel komplett nach Feng-Shui ausgerichtet ist. Wie die Kamelie hat auch die Magnolie ihre Heimat in Ostasien. Die immergrünen Pflanzen findet man ebenfalls im Hotelgarten. Wer genau hinschaut, wird auch welche in China Town, in Deep in Africa, an der Berggeiststraße und im Themenbereich Fantasy entdecken. „Diese Pflanzen sind einfach zu schön, um sie nur in einem einzigen Themenbereich zu verwenden“, schwärmt Michael Jost. Ihm ist es wichtig, dass die Auswahl an Pflanzen originell ist und dem Gast zeigt, mit welcher Liebe zum Detail das Gärtnerei-Team arbeitet: „Viele außergewöhnliche Pflanzenarten, die man nicht in jedem Garten sieht, unterstreichen den hohen gärtnerischen Anspruch des Parks und helfen mit, die Gäste in Urlaubsstimmung zu versetzen.“

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