Der weltweit gefragte Choreograph Supple Nam entwickelt einen neuen Breakdance-Style für „JUMP!“

Ein drahtiger junger Mann steht im Silverado Theatre vor der Bühne. Tiefe Bässe wummern aus den Lautsprechern, ein schneller Beat jagt durch den Raum. Aufmerksam beobachtet er die Probe, sein Blick ruhig und konzentriert. Doch seine Füße stehen nicht still. Man merkt, dass er durchflutet wird von der Musik, jeder Beat erfüllt seinen Körper. Der letzte Ton ist kaum verklungen, da ruft er mit lauter Stimme „Once again“ zu den drei verschwitzten Tänzern auf der Bühne. „He’s taking everything they’ve got“, flüstert Karl Magee mir zu. Karl ist der ausführende Produzent unserer Show „JUMP!“ und der junge Mann, der von den Breakdancern alles abverlangt, ist Choreograph Supple Nam.

Und Supple Nam ist nicht irgendein Choreograph. Der Mann mit den internationalen Wurzeln – seine Eltern aus Seoul, er selbst in Argentinien geboren und in Australien aufgewachsen – ist ein großer Name in der Tanzwelt. Als Tänzer stand er schon mit Madonna und Janet Jackson und auf der Bühne, hat sich als Juror und Choreograph in der TV-Branche einen Namen gemacht und unzählige Live-Shows, Musikvideos und Werbekampagnen auf der ganzen Welt realisiert. Mit seiner ganz eigenen Herangehensweise an das Thema Bewegung und sein einzigartiges Verständnis für die Verknüpfung von Tanz, Kultur und Ausdruck hat er neue Stile geprägt und tänzerisch regelrecht Grenzen verschoben. Seine zahlreichen internationalen Auszeichnungen illustrieren es eindrücklich: Supple Nam ist ein Choreograph und Tänzer der Extraklasse.

Supple Nam (Guillermo Martin Nam) stand als Tänzer schon mit Madonna, P Diddy, Janet Jackson, Naughty by Nature und Destiny’s Child auf der Bühne. Er choreographierte Musikvideos für Jamiroquai, M.I.A., die Chemical Brothers und viele andere große Acts. In der TV-Branche hat er sich einen Namen gemacht als Creative Director für die Tanzshow „Got to Dance“, war Juror und Choreograph für weltweit erfolgreiche Formate wie „Britain’s Next Topmodel“ und „So You Think You Can Dance“. Daneben choreographiert Supple Nam seit Jahren Live-Shows und war an unzähligen Werbekampagnen beteiligt, u.a. für Honda, L‘Oréal, Sony Ericsson, Adidas und Toshiba. Für seine bahnbrechenden Choreographien und künstlerischen Arbeiten wurde er mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter die IAAPA-Auszeichnung als bester Sports Performance Act für die Show „Mission Ferrari“ in der Ferrari World Abu Dhabi und der Preis für die innovativste Choreographie in TV und Film für sein VW Golf-Commercial „Singing in the Rain“.

Im Herzen ein B-Boy
Schon mit 13 Jahren begleitete der junge Supple Nam die erfolgreiche australische R&B-Gruppe Kulcha als Tänzer, mit 16 Jahren folgte eine professionelle Ausbildung an der renommierten Ann McDonald Performing Arts School in Sydney in den Bereichen Contemporary Jazz und Stepptanz sowie Ballett.

Fragt man Supple Nam allerdings heute, für welchen Tanzstil sein Herz schlägt, kommt ohne Zögern: „I’m a B-Boy!“ Im Breakdance, Street Dance und Hip-Hop fühlt er sich besonders zuhause und hat ein Verständnis für diese Tanzarten wie kaum ein Zweiter.

Das war es auch, was ihn zu „JUMP!“ ins Silverado Theatre gebracht hat: Karl Magee, der gemeinsam mit der Künstlerischen Leiterin des Phantasialand Manuela Löffelhardt die Show kreiert hatte, suchte einen Partner, der dem Breakdance von „JUMP!“ eine neue Richtung geben würde. Und dafür war kaum einer besser geeignet als Supple Nam, der weltweit gefragte Choreograph, dem Breakdance im Blut liegt.
Karl kannte Supple von früheren Kollaborationen und konnte ihn schnell dafür begeistern, „JUMP!“ neu zu choreographieren. Seine Vorgaben waren dabei so offen wie herausfordernd: Supple sollte „einfach nur eine mitreißende Breakdance-Choreographie erschaffen“. Dafür ließ er ihm viele künstlerische Freiheiten – ungewöhnlich viele, wie Supple berichtet. Wo sonst häufig der Produzent klare Einschränkungen macht, durfte Supple sich künstlerisch austoben. Karl ermutigte Supple nur, einen schnellen Song zu wählen, um einen deutlichen Kontrast zur bisherigen Show herzustellen, und veranstaltete mit ihm ein Casting für neue Tänzer – alles Weitere überließ er dem außergewöhnlichen Choreographen. „I wanted him to work his magic“, erklärt Karl seine Herangehensweise. Und das tat Supple.

 

Mentor und Partner zugleich

Schon mit der Möglichkeit, eine eigene Musik auszuwählen, die ihn selbst als Choreograph und Tänzer begeisterte, wurde Supples Kreativität beflügelt. Schnell entwickelte er eine klare Vorstellung für die neuen Breakdance-Elemente. Temporeich sollten sie werden, energiegeladen und mitreißend. Die drei Tänzer sollten die Dynamik der Show auf ein neues Level heben und mit Kraft und Leidenschaft begeistern genauso wie mit beeindruckenden Moves und einer ausdrucksstarken Choreographie. Er wusste, dass seine Tänzer traditionelle B-Boys sind – wie er ja auch – und konnte sich so schon beim Ausarbeiten der ersten Schrittfolgen gut in sie hineinversetzen.

Das half auch enorm beim finalen Erarbeiten der Tanzschritte im Phantasialand. Mit seiner Erfahrung und seiner ruhigen, aber bestimmten Art wurde Supple zum Mentor und Partner zugleich. Wenn die Tänzer die von ihm erdachten Schritte nicht umsetzen konnten, fanden sie gemeinsam neue Moves für die Choreographie. Wenn die Tänzer eigene Moves zeigten, die ihn begeisterten, integrierte er sie gerne in seine Pläne. Es gelang ihm, die Stärken jedes einzelnen zu erkennen und miteinander zu kombinieren.

 

„JUMP!“ ist ein Showerlebnis für die ganze Familie, das BMX-Stunts, Trampolin-Artistik, Stelzenspringer und Breakdance in einer Inszenierung voller Energie und Kraft kombiniert – und mit dem ein oder anderen Augenzwinkern. Die Show läuft in der Sommersaison mehrmals täglich im Silverado Theatre im Themenbereich Mexico und wurde bereits dreimal in Folge als beste Freizeitpark-Show ausgezeichnet.


Mit viel Charisma, aber mindestens genauso viel Entschlossenheit, erarbeitete Supple sich mit den drei B-Boys die neue Choreographie. Viel Disziplin war dafür nötig, jede Menge Power und noch mehr Ausdauer – denn Supple gab sich erst zufrieden, wenn allen drei Tänzern die Moves ins Blut übergegangen waren. Wenn ihre Powermoves, Footworks und Freezes nicht nur für jeden einzeln stimmig, sondern auch im Zusammenspiel vollends miteinander verwoben waren – und dabei all die Energie und Schnelligkeit transportierten, die die neue Breakdance-Routine ausmachen sollte.

Das Ergebnis ist eine Inszenierung, die sich im Vergleich zum Vorjahr spürbar entwickelt hat. Hier geht der neue Beat direkt ins Herz und der Fuß wippt kraftvoll mit, wenn die B-Boys ihre imponierenden Moves zeigen. Und nicht nur der Breakdance gibt der Show eine ganz neue Energie, auch die Stelzenakrobatik und die Kostüme wurden intensiviert und erneuert . Ein ganz neues Showerlebnis, das selbst erfahrene „JUMP!“-Fans noch mehr mitreißt als jemals zuvor – am besten direkt anschauen!

Author

Christina Herrmann