Unzählige Totenschädel, eine faszinierende Lasershow, mitreißende Partymusik, das ist die einmalige Fiesta-Höhle in unserer Attraktion Chiapas – DIE Wasserbahn. Party und Tod – hier treffen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Die kontrastreiche Thematik der Partyhöhle von Chiapas ist eine Anlehnung an einen uralten Brauch aus Mexiko, den Día de los Muertos – ein Fest zu Ehren der Toten. Denn in Mexiko hat der Tod tatsächlich etwas mit Feiern zu tun!

Quelle: Randal Sheppard, Flickr

Die Tradition, den Tag der Toten zu begehen, gab es in Mexiko, lange bevor Halloween so populär wurde. Im Gegensatz zu Halloween ist der Día de los Muertos allerdings nicht kommerziell geworden, er konnte glücklicherweise seine Ursprünglichkeit bewahren und wurde nicht zum „Mainstream-Feiertag“! Umso spannender ist es, in eine Welt einzutauchen, in der die kulturellen Bräuche und Sitten in ihrer Originalität beibehalten wurden.

2003 wurde der Día de los muertos von der UNESCO zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit ernannt.

Zugegeben, der lockere Umgang mit dem Tod scheint uns Europäern zunächst befremdlich, bisweilen auch makaber und unverständlich. Doch in Mexiko gilt der Día de los Muertos als einer der wichtigsten Feiertage überhaupt. Schon die Ureinwohner Mexikos, die Maya und Azteken, glaubten, dass am 1. November die Seelen der Toten zurück auf die Erde kommen.
Allerdings haben sie nichts Böses im Sinn, sie wollen vielmehr mit ihren lebenden Freunden und Verwandten feiern, denn in dieser kurzen Zeit des Jahres ist die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits aufgehoben.

 

Quelle: David Boté Estrada, Flickr

Diese indigenen Traditionen verschmolzen dann mit dem katholischen Feiertag Allerseelen, den die spanischen Eroberer mit ins Land brachten. Und so wird seit jeher vom 31. Oktober bis zum 2. November der Día de los Muertos gefeiert. Es ist ein Feiertag des Gedenkens und dabei geht nicht ganz so besinnlich zu, wie es bei uns zulande der Fall ist. In diesen Tagen verbindet sich ganz Mexiko zu einem farbenprächtigen Volksfest. Freunde und Verwandte, Nachbarn und Bekannte schließen sich zusammen und feiern ein fröhliches Totenfest. Es ziehen festliche Umzüge durch die Straßen, die Friedhöfe sind bis ins kleinste Detail dekoriert und dienen als Treffpunkt zum Feiern. Die Lebensfreude Mexikos kommt dabei in allen Formen und Farben zum Ausdruck, mit Musik, viel leckerem Essen – natürlich schießen dabei auch einige Böller in die Luft und das eine oder andere geistige Getränk rinnt die Kehle hinunter. Das Motto ist nicht Trauern sondern Feiern, die Seelen der Toten werden wie Gäste empfangen, die man lange nicht gesehen hat. In diesen Tagen ist besonders das Symbol der La Catrina allgegenwärtig. Ursprünglich hat La Catrina nichts mit dem Tag der Toten zu tun, sondern ist vielmehr eine Art politische Karikatur, welche sich über die mexikanische Oberschicht vor der Revolution lustig machte. Und so begegnet man in Mexiko keinem gruseligen Sensenmann, sondern einer herrschaftlichen Skelett-Dame in einem ausladenden Rüschenkleid. Auf dem Kopf trägt sie einen extravaganten Hut, prächtig dekoriert mit Federn und üppigen Blumen. Im Kontrast dazu das weiße Skelettgesicht, mit eingefallenen Augenhöhlen, entblößten Zähnen und sarkastischem Gesichtsausdruck. Eine faszinierend-bizarre Erscheinung!

Quelle: La Calavera de la Catrina von José Guadalupe Posada, Wikipedia

Geschaffen wurde die Kunstfigur durch den mexikanischen Kupferstecher und Karikaturist José Guadalupe Posada. Er sagte einst: „Der Tod ist demokratisch. Am Ende werden sie alle zu Skeletten, ganz gleich, ob sie blond oder brünett, arm oder reich waren.“

Der einzigartige Look der La Catrina ist mit Abstand das optische Highlight schlechthin. Frauen jeden Alters schminken sich als Mexikos berühmte Skelett-Lady. Wie Sie den Look nachschminken können, sehen Sie im nachfolgenden Video. Viva la Catrina!

 

Die aufwendigen Vorbereitungen zum Día de los Muertos beginnen bereits Mitte Oktober. Zu dieser Zeit prägen sogenannte Calaveras, zu Deutsch Skelette und Schädel aus Gips oder Pappmaschee das skurrile Stadtbild, allerlei bunte Todessymbole werden an Laternen und Häusern befestigt, leuchtende Cempasúchil-Blüten (Studentenblumen) schmücken die Friedhöfe und Straßen, vorzugsweise in Orange und Gelb, da man glaubt, dass dies die Farben sind, die von den Toten am besten erkannt werden.

Die prächtigen Auslagen der Konditoreien sind voller kunterbunter und süßer Kreationen. Unverzichtbar sind beispielsweise die Calaveras de Dulce, Totenschädel aus Zuckerguss oder Schokolade, die die Namen der Toten auf der Stirnseite tragen. Das Pan de Muerto, das Totenbrot oder Särge aus Marzipan sind weitere beliebte Naschwerke. Die süßen Kunstwerke werden nicht nur vernascht, sie dienen auch als beliebtes Dekorationsmittel an den reich gedeckten Gabentischen und Altären mit Ofrendas (Opfergaben), die überall in Häusern, Wohnungen als auch an öffentlichen Plätzen stehen.

Es wird alles geboten, um den Verstorbenen nach ihrer langen Reise aus dem Reich der Toten einen gebührenden Empfang zu bereiten. In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November werden die kleinen Kinder, die Angelitos empfangen. Die darauffolgende Nacht vom 1. zum 2. November bildet den Höhepunkt im Rahmen des Día de los muertos. In dieser Nacht werden nun auch die Seelen der Erwachsenen empfangen und pünktlich um Mitternacht sind die Feierlichkeiten auch schon vorbei. Für die Verstorbenen ist es an der Zeit, wieder ins Jenseits zurückzukehren. Doch für die Betroffenen ist es kein trauriger Abschied, vielmehr ein „Auf Wiedersehen“ bis nächstes Jahr.

Header Quelle: Rulo Luna Ramos, Flickr  

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Tanja