Handgefertigte Accessoires für die Bewohner Klugheims

 

Ein wohltuend würziger Geruch strömt uns beim Betreten der kleinen Werkstatt im beschaulichen Städtchen Meckenheim-Ersdorf entgegen. Mittendrin thront der große Ledertisch, umgeben von akribisch geordneten und filigranen Skizzen an den Wänden. Wir sind an der Wirkungsstätte eines echten Unikats, beim einzig wahren „Leder-Joe“, wie sich Daniel Werle, der Lederexperte, selbst nennt.

Seit vielen Jahren ist er unser Fachmann in Sachen Leder. Bereits bei der Entstehung des Themenbereiches Fantasy wurden von ihm die maßgeschneiderten Ledergamaschen gefertigt, die die dazugehörige Mitarbeiterbekleidung thematisch komplettieren – und hat uns mit seiner hochwertigen Arbeit überzeugt. Nun wurde er erneut vom Phantasialand rekrutiert: Mission Klugheim!

Denn auch in Klugheim ist es unser Ziel, die Mitarbeiterbekleidung durch ganz besondere Accessoires perfekt in die neue Themenwelt einzubetten. Und zwar so authentisch und individuell wie nur möglich. Deshalb fertigt der Experte in unserem Auftrag zahllose Gürtel, Gürteltaschen und Accessoires aus Leder an, die die umfangreiche Mitarbeitergewandung der späteren Dorfbewohner von Klugheim vervollständigen.

Für das imposante Panorama wurden Unmengen von Basaltgestein verarbeitet, für das Dorf am Fuße der mächtigen Gebirgskette ließen wir unter anderem geflämmtes Holz, Schieferplatten, Schmiedestahl sowie Zink und Kupfer einsetzen. Kurzum: In Klugheim wird eine Welt aus längst vergangenen Zeiten zum Leben entfacht. So kam für die Accessoires daher nur ein echtes Naturmaterial in Frage: Leder! Es versprüht ein unnachahmliches Flair, welches optisch und praktisch perfekt in den historischen Kontext von Klugheim passt.

Die Mitarbeiter, die in der neuen Themenwelt arbeiten werden, werden Teil eines ursprünglichen Dorfgeschehens. Und als echte Dorfbewohner tragen sie keine Uniform, sondern bekommen spezielle Bekleidung, die den individuellen Charakter jeder einzelnen Person und die vielen Facetten eines pulsierenden Dorflebens auszeichnet.

Der Duft des Leders liegt in der Luft

Daniel Werle hat sich auf das Außergewöhnliche spezialisiert. Beim „Leder-Joe“ gibt es garantiert nichts von der Stange, er produziert ausschließlich Unikate. Oder, wie er es formuliert: „Es gibt nichts, was ich nicht machen kann, solange es aus Leder ist.“
So außergewöhnlich die Ideen seiner Kunden auch sein mögen, als technische Hilfsmittel stehen ihm für die Umsetzung lediglich zwei Tretnähmaschinen zur Verfügung, die er vor allem für größere Produktionsmengen einsetzt. Für uns stellt er jedoch jedes einzelne Accessoire in vollendeter Handarbeit her. Mit der nötigen Zeit und Muße, bis sich jedes Detail zu einem harmonischen Gesamtergebnis fügt.

Wie viel Fingerfertigkeit und Sorgfalt seine Lederkunstwerke von ihm abverlangen, zeigt er uns bei der Fertigung eines Klugheim-Gürtels. Während Daniel Werle das Messer an die Schablone ansetzt, herrscht eine fast schon meditative Ruhe in seiner kleinen Fachwerkstatt. Der herbe Duft des Leders liegt in der Luft.

Dem Phantasialand ist nicht nur das Material als solches wichtig, auch der Prozess der Weiterverarbeitung muss stimmen. Das Leder, das Daniel Werle für unsere Produkte benutzt, ist eine der seltenen Lederarten, die noch pflanzlich gegerbt werden. Das ist besonders aufwendig, aber es hat einen wunderbaren Effekt, wie der Experte uns verrät: „Heute gibt es kaum noch Leder, das so schön riecht.“ Der Kunsthandwerker legt von Beginn in allen Bereichen seiner Arbeit viel Wert auf gelebte Tradition und minutiöse Handarbeit – deshalb ist er uns als Partner so wichtig.

Die Detailversessenheit und die langjährige Erfahrung zeigen sich auch bei der Herstellung des Klugheim-Gürtels. Voller Konzentration und höchster Präzision wechselt er zwischen den außergewöhnlichen Werkzeugen. Die vielen routinierten Handgriffe lassen seine Arbeit scheinbar mühelos aussehen, wenn das Lederstück flink zwischen seinen Händen rotiert.

Noch fehlt die Patina

Schließlich beendet ein lauter Hammerschlag die Ruhe. Nun sind auch die glänzenden Dornenschnallen angebracht. Die dazugehörigen Löcher stanzt der Lederexperte natürlich auch von Hand aus.

Und dann ist er fertig, der handgemachte Ledergürtel für einen zukünftigen Dorfbewohner Klugheims. Nun liegt es an uns, dass dieses kleine Kunstwerk in Würde altern kann. Noch knarzt und knirscht das neue Leder etwas, ist noch etwas steif. Aber so ist echtes Leder eben – mit jedem Tag in Klugheim wird es immer geschmeidiger werden, im alltäglichen Gebrauch eine schöne Patina entwickeln. Erst wenn der Gürtel so richtig im betriebsamen Treiben in Klugheim angekommen ist, wird das Leder seinen ganzen Zauber entfalten können.

Das ist auch einer der Gründe, warum er sich auf Klugheim freut. Wenn die Gürtel endlich dahin kommen, wo sie hingehören und zigtausend Menschen diese faszinierende Welt mit all dem Reichtum an Details bewundern können. Doch er bleibt bescheiden: „Auch wenn sie nicht wissen, dass es von mir ist, bin ich stolz darauf, dass mich das Phantasialand für dieses Projekt ausgewählt hat und ich meinen Beitrag dazu leisten durfte.“

Author

Lilli Feller