Chiapas

Beobachtet man auf dem imposanten Dorfplatz im Themenbereich Mexico die Expeditionsboote, wie sie die mit 53° steilste Abfahrt in einer Wildwasserbahn weltweit hinunter und über den Camelback hinweg rauschen, wird klar, dass es sich bei Chiapas nicht um irgendeine Wasserbahn handelt, sondern um DIE Wasserbahn. Doch was genau macht Chiapas eigentlich zu DER Wasserbahn? Was macht Chiapas so einzigartig?

Bevor die abenteuerliche Fahrt durch die archäologische Ausgrabungsstätte beginnt, sieht in der Station, die einem Umschlaghafen gleicht, zunächst alles aus wie in einer klassischen Wildwasserbahn. Sanft werden die Boote durch den Bahnhof geschoben und die Expeditionsteilnehmer nehmen auf einem der komfortablen Sitze hintereinander Platz. Kurz darauf wird das Boot in den Wasserkanal freigegeben.

Ein Camelback ist ein Hügel, der der Wurfbahn zum Beispiel eines Balles gleicht. An der höchsten Stelle des Hügels wird der Fahrgast leicht aus dem Sitz gehoben und fühlt sich für einen kurzen Moment schwerelos.

Bereits in der Station fällt die außergewöhnliche Detailvielfalt ins Auge, an der man sich kaum sattsehen kann. Man hat scheinbar soeben nicht nur in einer Wasserbahn Platz genommen, sondern auch in einer Themenfahrt mit einer Fülle an liebevollen Details, bei der auch etliche Wiederholungsfahrten später immer wieder Neues entdeckt werden kann.

Dabei setzt Chiapas neben der aufwändigen Thematisierung auch in Bezug auf das Fahrerlebnis völlig neue Maßstäbe. Die abenteuerliche Fahrt durch die mexikanische Ausgrabungsstätte verläuft schließlich auf ganzen fünf verschiedenen Fahrebenen. In mehr als sechs Minuten Fahrzeit wechseln die Expeditionsboote munter zwischen all den Ebenen hin und her. Mal geht es den Berg hinauf, an anderer Stelle dann wieder eine aufregende Schussfahrt nach unten. Die Vielzahl an einzigartigen Fahrelementen in Kombination mit der Thematisierung sucht dabei weltweit ihresgleichen.

Um eine abwechslungsreiche Fahrt die fünf Fahrebenen hinauf und hinab zu ermöglichen und gleichzeitig den vorhandenen Platz optimal auszunutzen, hat das Phantasialand in Zusammenarbeit mit dem Hersteller der Bahn eine Reihe von technischen Innovationen entwickelt, die allesamt weltweit einzigartig sind und bei Chiapas erstmalig zum Einsatz kommen. Eine dieser Innovationen ist der Doppelkettenlift. Statt der für eine klassische Wildwasserbahn üblichen Förderbänder, wurde für Chiapas diese hochmoderne Liftart entwickelt, wie sie so ähnlich eigentlich nur auf Achterbahnen eingesetzt wird. Im Gegensatz zum Kettenlift bei Achterbahnen, befinden sich bei Chiapas die Ketten nicht mittig zwischen den Schienen, sondern links und rechts des Bootes. Dank dieser neuartigen Doppelkettenlifte wird das Boot butterweich aus dem Wasser gehoben und fährt nun im Gegensatz zum Transport mit dem Förderband sanft, geräuscharm und zügig den Berg hinauf. Hierdurch wird der Fahrkomfort enorm gesteigert und auch das Liftfahren an sich zu einem echten Highlight.

12-Sekunden-Hochgeschwindigkeitsweichen

Für eine komplette Drehung samt Zurückfahren in die Ausgangsposition, benötigen die beiden Hochgeschwindigkeitsweichen auf Chiapas je nur knapp 12 Sekunden. Dadurch wird eine extrem hohe Taktung der Boote erreicht.

Doch ehe man sich versieht, geht es auch schon wieder bergab. Beim Auslauf der Boote befindet sich die nächste technische Weltneuheit in einer klassischen „Einbaum“-Wasserbahn: die Magnetbremse. Normalerweise erfolgt die Bremsung der Boote nach einer Schussfahrt durch den Wasserwiderstand. Um all die aufregenden Fahrelemente in den über sechs Minuten Fahrerlebnis unterzubringen, war es notwendig, den Auslauf der Boote relativ kurz zu halten. Das Phantasialand setzt hierfür solche Bremsen ein, um die Expeditionsboote rasch, aber dennoch sanft und komfortabel abzubremsen.

 

Neben all den Effekten und Überraschungen sind es natürlich vor allem die Schussfahrten, die die Höhepunkte auf Chiapas darstellen und für ordentliches „Kribbeln im Bauch“ sorgen. Ganze drei intensive Abfahrten geht es bergab – eine davon sogar rückwärts. Mit weltweit einzigartigen Hochgeschwindigkeitsweichen, speziell für Chiapas entwickelt, wird das Boot in rekordverdächtiger Zeit in die Rückwärtsposition geschoben und wieder auf die Reise geschickt. Die spaßig schwungvollen Weichen mit zwischenzeitlicher Schussfahrt rückwärts sind weitere spannende Elemente, die eine Fahrt auf Chiapas so aufregend gestalten.

Damit auch vor der finalen Abfahrt für genügend Abwechslung gesorgt ist, wurde der Lift auf die höchste Ebene von Chiapas in zwei Lifte geteilt, die mit einer Fahrt durch den Wasserkanal verbunden sind. Oben angekommen, lässt sich noch schnell ein imposanter Blick auf den mexikanischen Themenbereich erhaschen, bevor es umso schneller die steilste Abfahrt in einer Wildwasserbahn hinab geht. Um 53° ist diese geneigt, das ist Weltrekord. Und dennoch ist dies nicht das letzte in einer ganzen Reihe von einzigartigen Highlights. Schließlich rauschen die Expeditionsboote noch über den europaweit einmaligen Camelback, der für die Fahrgäste eine ordentliche Portion Airtime bereithält. Solch einen Camelback gibt es normalerweise nur in Achterbahnen. Dass dieser in Chiapas überhaupt gebaut werden konnte, ist dem Einsatz der bereits vorgestellten Magnetbremse zu verdanken, die auch hier die Boote trotz des stark verkürzten Auslaufs sanft abbremst und dennoch ausreichend Wasser spektakulär empor spritzt. Das Hochspritzen des Wassers wird dabei durch das Eintauchen der Vorderseite des Bootes in das Wasser verursacht. Auch wenn die Fontäne dabei von außen recht spektakulär aussieht, werden die Fahrgäste dank diverser Vorrichtungen nicht zu nass.

Chiapas definiert den Begriff „Wasserbahn“ völlig neu. Denn hier werden klassische Wildwasserbahnelemente, hochmoderne Technologien, Elemente aus Achterbahnen und eine detailverliebte Themenfahrt kombiniert zu einem weltweit einzigartigen Gesamterlebnis. Und genau das macht Chiapas zu dem was es ist: DIE Wasserbahn.

Author

Kai Thrun