Der mexikanische Bundesstaat Chiapas als Vorbild für die Wasserbahn

Im Südosten von Mexiko liegt Chiapas. Das ist ein Bundesstaat, der für seine eindrucksvollen Naturlandschaften mit Wasserfällen und jahrhundertealten Maya-Bauten bekannt ist. Er ist so schön, dass er als Vorbild für „Chiapas – DIE Wasserbahn“ genommen wurde! Die ganze Faszination dieser einmaligen Landschaft wurde für ein ebenso einmaliges Abenteuer nach Deutschland geholt.

Diejenigen, die Chiapas besucht haben, kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Sie sagen, sie hätten das wahre Mexiko kennengelernt – ursprünglich und wunderschön. Und dann packt einen selbst das Fernweh, wenn man von wilden Dschungeln wie Selva Lacandona hört, in denen bis heute eigenständige Mayas leben. Wenn man Bilder von Seen sieht, deren Wasser in den verschiedensten Farben schillert und wenn man von den Ruinen von Palenque erfährt, wo eine der schönsten Maya-Stätten Mexikos inmitten eines tropischen Urwalds steht.

Die Ursprünglichkeit der Natur raubt einem den Atem und fesselt mit seiner faszinierenden Artenvielfalt –  allein wenn man von ihr hört. In den grünen Gipfeln der Bäume sollen die exotischsten Vögel leben, und unten wilde Katzen über sandigen Boden durch das Dickicht schleichen. An reißenden Flüssen, heißt es, kann man Krokodile und Flussschildkröten beim Sonnenbad beobachten, während an anderer Stelle das Rauschen eines Wasserfalls die Idylle durchbricht. Die Sehnsucht nach dieser einmaligen Welt beflügelt die Phantasie und lässt einen träumen.

Zum Beispiel von den Wasserfällen von Agua Azul, deren imposante Schönheit einfach überwältigend sein soll. Man malt sich aus, wie sie die Augen mit einem einzigartigen Farbenspiel verwöhnen. Dabei bahnt sich das Wasser seinen Weg über Hunderte von Kaskaden und hinterlässt wunderschön leuchtende Farbtöne, deren Namen wohl nur die Natur kennt. Von Kaskade zu Kaskade erscheinen sie in anderen Schattierungen. Dass der Grund dafür die vielen Mineralien im Wasser sind, interessiert in diesem Moment nicht. Denn es ist einfach nur wunderschön. Über sechs Kilometer lang ziehen sich diese Wasserfälle, so lang wie kaum ein anderer.

Man würde Götter beschwören und für Regen beten

Man beneidet die Maya um dieses grüne Paradies. Gerne wäre man einer von den sechs Millionen des indigenen Volks, das heute noch in Chiapas ihr Zuhause hat. Dann würde man die beachtlichen Paläste und Tempel der Vorfahren besuchen, die sie vor Jahrhunderten das letzte Mal betreten haben – so wie in Templo de las Pinturas oder bei den Ruinen von Palenque. Feine Schriftzeichen an den steinernen Fassaden der teilweise noch sehr gut erhaltenen Bauten würden einen in längst vergangene Zeit zurückversetzen. Man würde Götter beschwören und für Regen in der Trockenzeit beten. Man träumt davon, wie man mit den Fingerspitzen geheimnisvollen Malereien und Buchstaben an den Wänden folgt, die von Vorfahren stammen und noch älter sind, als man sich das vorstellen kann.

Im Tieflanddschungel trifft man dann auf die Lacandonen, ganz abseits von der Außenwelt. Hier kommt kein Stress hin, keine Hektik findet ihren Weg durch den dichten Dschungel. Sie tragen weiße lange Hemden und man wünscht sich, an ihrer Seite leben zu können – zumindest für ein paar Tage, um sich nur einmal wie ein Maya zu fühlen, nur ein Mal.

Und nach dem Abenteuer in der wilden Natur locken einen die Gerüche aus den Restaurantküchen von San Cristóbal aus dem Dschungel in die Stadt. Hier schmeckt Mexiko wie sonst nirgendwo. Einflüsse der spanischen und indianischen Küche lassen die Geschmacksknospen explodieren. Diese fremde Welt erscheint plötzlich gar nicht mehr so fremd – sie ist freundlich, einladend und einfach nur traumhaft schön!

Und dann ist man wieder im Hier und Jetzt angekommen. Allein von den Erzählungen lässt sich erahnen, welches Paradies in Mexiko wartet. Man denkt noch einmal an die Maya, die undurchdringbaren Wälder des Dschungels und die lebendigen Städte mit ihren köstlichen Speisen. Man möchte am liebsten sofort aufbrechen.

Das exotische Naturparadies liegt aber gar nicht so weit entfernt, wie man meinen mag. „Chiapas – DIE Wasserbahn“ holt ein ganzes Stück des mexikanischen Zaubers nach Deutschland und lässt jeden fernab von Mexiko an der Schönheit dieses Landes teilhaben. Und dafür muss man gar nicht träumen!

Mit einem Boot tastet man sich nach und nach in die geheimnisvolle Welt der Maya vor. Eine Ausgrabungsstätte bringt längst verloren geglaubte Zeugnisse des indigenen Volkes ans Tageslicht. Riesige Abbilder von Gottheiten sind bereits freigelegt und geben der Szenerie eine mystische Atmosphäre. Hier haben einmal die Maya gelebt, das scheint klar!

Ein mexikanischer Dschungel aus über 30.000 Pflanzen

Es geht weiter, vorbei an Mauerteilen, die mit beeindruckenden Bildnissen und Darstellungen überzogen sind. Gottheiten und kryptische Symbole wollen einem hier die Geschichte ihres Volkes erzählen. Man möchte ihnen gerne zuhören, doch etwas anderes nimmt die Aufmerksamkeit für sich in Anspruch: Zu Beginn ist es ein Rauschen. Dann fühlt man es auch. Diese Kraft, die einen fast magisch anzieht. Erst möchte man widerstehen, doch irgendwann gibt man sich ihr hin – und fällt. Aber es ist nicht unangenehm, im Gegenteil. Eine weiche Decke umhüllt und trägt einen. Dann regnet es: links, rechts und von oben. Millionen Wassertropfen fallen herab. Der Wasserfall nimmt einen komplett ein und man wird erst dort wieder freigelassen, wo die Massen ineinander verschmelzen und sich zu einem herrlichen Blau vereinen. Das Land der Wasserfälle kennt man nun ein Stückchen besser.

Noch mit dem Gefühl des Adrenalins in den Adern geht es weiter durch den Dschungel aus  rund 30.000 Pflanzen, die überall in der Themenwelt aus dem Vulkangestein sprießen. Es sind Exoten, die sich in Deutschland wie zuhause fühlen. Kaskaden von Wasser ergießen sich über sie und brechen im Sonnenlicht in hunderte Farben. Hier steht das mexikanische Chiapas auf deutschem Boden!

Wer sich weiter hineinwagt in die geheimnisvolle Welt, dem werden die Sinne verdreht. In einem Tempel wartet eine vergessene Gottheit auf die abenteuerlustigen Besucher und verführt sie in eine bunte und laute Welt. Man erkundet eine Höhle, in der Statuen und Zeichnungen an das Totenfest der Mexikaner erinnern – an das Dia de los Muertos. Das sollte aber niemandem einen Schauer über den Rücken treiben, denn hier ist nichts zum Fürchten. Die lebensfrohe Musik wurde extra vom Budapester Filmorchester für das lustige und schrille Fest der Mexikaner eingespielt. Denn die Maya glauben daran, dass die Toten sie einmal im Jahr besuchen kommen. Und das ist kein Grund zum Trauern, sondern zum Feiern!

Die tobenden Wassermassen führen einen weiter durch die Welt des einst so mächtigen Volkes. Am Horizont taucht eine Ruine auf, so wie man sie aus Palenque kennt, während sich an den Seiten steile Felsklippen hervortun. Sie fügen sich perfekt in die naturidentische Felsenlandschaft, die Chiapas im Hier und Jetzt so echt macht. Noch einmal geht es vorbei an wilden Pflanzen, die von der Gischt der Wellen im Sonnenlicht glitzern. Die Wellen formen sich derweil schon wieder zu reißenden Strommassen, die irgendwo weiter hinten in einen Wasserfall münden. Ein letztes Mal gibt man sich der Kraft des Wassers hin. Dann endet der Ausflug nach Chiapas.

Author

Christian Buhl