Hinter den Kulissen

Aus dem Land der Vulkane

Text: Christian Buhl
Fotos/Video: Robert Fülling | Grafik: Vanessa Przibilla

Neue Themenwelt Klugheim

Wir schmecken feine Staubkörner auf der Zunge, die Augen brennen und um uns herum ist es laut, sehr laut sogar. Wir stehen mitten in einem Steinbruch, auf einem noch aktiven Vulkan in der Eifel. Hans-Heinrich Obergfäll, Projektleiter der neuen Themenwelt Klugheim, hatte einen Tipp für uns. Hier sollen die Basaltsteine herkommen, die in die einzigartige Felsenlandschaft von Klugheim eingefügt werden. Also haben wir uns auf die Suche gemacht, um diese mysteriösen Steinbrocken zu finden, die weit vor unserer Zeit aus Lava entstanden sind und als besonders robustes Urgestein der Erde gelten.
Die Spur führt uns in eine Landschaft, die so wunderschön und geheimnisvoll zugleich ist – die von Vulkanen durchzogene Eifel. Mit Wasser gefüllte Maare ziehen sich durch das raue Mittelgebirge und zeugen von vergangenen Wasserdampfexplosionen, bei denen heißes Magma auf Grundwasser traf. Dazu tun sich überall riesige Krater auf, die von mächtigen Eruptionen und Ausbrüchen zeugen, die hier vor nicht einmal 10.000 Jahren die Erde erschüttert haben. Unglaublich, aber in unserer Nachbarschaft rauchten vor nicht allzu langer Zeit noch die Vulkane! Eine Gänsehaut steigt uns auf, als wir den Laacher See nur unweit des Steinbruchs sehen und erfahren, dass darunter noch ein aktiver Vulkan schlummert, der geduldig auf den nächsten Ausbruch wartet.

Aufbau der Gesteinsschichten rund um den Mendiger Steinbruch (Grafik in Zusammenarbeit mit dem Lava-Dome Mendig entstanden).

Und dann wird uns klar, warum Hans-Heinrich Obergfäll unbedingt Basaltgestein aus der Eifel wollte. Diese Ursprünglichkeit, diese raue Landschaft, dieses Geheimnisvolle gibt es wohl nirgendwo sonst auf der Welt. Das hier ist zu 100 Prozent das, was Klugheim später ausmachen wird: besonders und einmalig. Und dafür mussten wir nicht nach Island reisen, in das Land der Vulkane. Wir sind 45 Minuten gefahren und haben gefunden, was wir wollten.
Acht Meter hohe Säulen aus Basalt zeichnen sich an dem Querschnitt der offengelegten Erdschicht ab. „Die sind über 150.000 Jahre alt“, sagt uns Geschäftsführer Rainer Krings, der uns durch den Steinbruch der Firma Mendiger Basalt führt. Mit riesigen Baggern brechen die Steinmetze die dicken Brocken an kostbarem Basalt aus dem Felsen. Das sind sie also! Kantige und mächtige Brocken aus Lavagestein.

Nur mit der Kraft von 180 Tonnen schafft es ein riesiger Zertrümmerer anschließend, in die jahrtausendalten Schichten einzudringen und die Steine zu spalten. Danach haben sie die richtige Größe für Klugheim und machen sich per Lkw auf den Weg nach Brühl.
Dort zieht es uns nach dem Besuch im Steinbruch auch direkt wieder hin. Wir sind gespannt auf das Zusammenspiel aus naturidentischen Basaltstäben und Vulkangestein aus der Eifel. Projektleiter Hans-Heinrich Obergfäll führt uns zu den Stellen, die am Fuße der Felsenlandschaft liegen. Und was sollen wir sagen? Es ist beeindruckend! „Wir wollen, dass es so aussieht, als seien die Steine vom Felsen herunter gerollt“, erzählt er uns. Aber schauen Sie am besten selbst, denn wir waren mit der Kamera dabei.

Neue Themenwelt Klugheim
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